Sozialdemokratischer Informationsbrief Landtag aktuell Kiel, 29.09.00 Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn Wilhelm Malerius zu TOP 14: Bewirtschaftung der ,,Hamburger Hallig" Die Hamburger Hallig ist ein Kleinod mitten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und geradezu prädestiniert für die Entwicklung eines sanften Tourismus. Seit 1930 steht die Hamburger Hallig unter Naturschutz und ist nicht nur Brutgebiet, sondern auch eines der wichtigsten Rast- und Nahrungsgebiete für Durchzügler im Nationalpark. Die Hamburger Hallig ist mit ihren darauf stehenden Gebäuden Eigentum des Landes Schleswig-Holstein. Um die betroffene Bevölkerung an der Mitgestaltung zu beteiligen, wurde 1990 ein Arbeitskreis aus Vertretern der Gemeinden, des Kreises Nordfriesland, des Fremdenverkehrs, des Naturschutzbundes Deutschland, des Amtes für Land- und Wasserwirtschaft (jetzt Amt für ländliche Räume) und des Nationalparkamtes gebildet. In vertrauensvoller Zusammenarbeit wurde von diesem Arbeitskreis ein ,,Entwicklungskonzept Hamburger Hallig" erstellt und 1991 verabschiedet, das folgende Belange zu berücksichtigen hat: · · · · Information und Umweltbildung Erschließung und Verkehrslenkung Warftgestaltung und Gastronomie Naturschutz, insbesondere die Entwicklung der Salzwiesen. SchleswigHolstein Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorstand Verantwortlich: Manfred Schröder Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2- 1990 wurde schon in der Arbeitsgruppe überlegt, ob dieses Entwicklungskonzept über eine Trägergemeinschaft mit der Gemeinde Reußenköge, der Stadt Bredtstedt, dem Deutschen Bund für Vogelschutz, dem Amt für Land- und Wasserwirtschaft (ALR), dem Kreis Nordfriesland und dem Nationalparkamt entwickelt und verwirklicht werden kann. Dabei sollten die landeseigenen Gebäude der Trägergemeinschaft zur Nutzung überlassen werden (leider ist dieses zum damaligen Zeitpunkt nicht verwirklicht worden). Das Entwicklungskonzept Hamburger Hallig ist die Basis einer inzwischen langjährigen vertrauensvollen Zusammenarbeit im Arbeitskreis. Wesentliche Teile z. B. zur Information und Umweltbildung, zur Erschließung und Verkehrslenkung sowie Maßnahmen des Naturschutzes konnten zwischenzeitlich umgesetzt werden. Am 24. Mai 2000 wurden Eckpunkte eines Nutzungskonzeptes für die Hamburger Hallig vom Arbeitskreis einstimmig ­ ich betone: einstimmig ­ verabschiedet. Hier geht es z. B. um die bessere Integration der Gaststätte in die Besucherinformation. Beim gastronomischen Angebot ist darauf zu achten, dass regionaltypische Gerichte möglichst aus regionalen Produkten einen wesentlichen Anteil am Angebot haben. Weitere Eckpunkte des Nutzungskonzeptes sind: · Treffpunkt zur Nachbereitung von Warftführungen. · Bau einer Beobachtungsplattform auf dem Schafberg. · Errichtung eines Info- und Sercice-Gebäudes Binnendeich. Auch über die Basis einer künftigen Zusammenarbeit zwischen Gemeinde Reußenköge, Stadt Bredtstedt, Naturschutzbund Deutschland, Nationalparkservice GmbH, ALR und dem Arbeitskreisvorsitzenden ist diskutiert worden. -3- Diese Runde stand kurz vor einer Einigung bzw. steht auch heute noch zu einer gedeihlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit im Sinne und in Fortführung des Konzeptes des Arbeitskreises Hamburger Hallig. Leider traten zu diesem Zeitpunkt einige Hardliner auf das Podium und torpedierten die Verhandlungen über die Medien in einigen Gremien, Vorstellungen und Begründungen. Dieses erinnert fatal an die Diskussion über den Synthesebericht. Die Türen wurden zugeschlagen und die gegenseitigen Schuldzuweisungen wurden öffentlich ausgetauscht. Ich bin der festen Überzeugung, dass es Aufgabe der Politik dieses hohen Hauses ist, diese Türen wieder zu öffnen. Lassen Sie uns ganz im Sinne der Agenda 21 ­ und der Agenda 21 sind wir alle verpflichtet ­ vor Ort mit allen Beteiligten einen ,,Runden Tisch" bilden und gemeinsam für den Naturschutz, für den sanften Tourismus, für die Hamburger Hallig, für die Region eine Lösung finden. Dabei darf keiner der Beteiligten der Verlierer sein. Ich danke Ihnen und bitte im Namen der SPD-Landtagsfraktion um Überweisung in die dafür zuständigen Ausschüsse.