PRESSEINFORMATION Kiel, den 29.9.2000 Es gilt das gesprochene Wort Dringlichkeitsantrag: Handelsschiffbau bei HDW (Drs. 15/425) Lars Harms: ,,HDW muss Universalwerft bleiben!" Der SSW begrüßt es, dass der Landtag sich heute mit diesem Thema beschäftigt, denn die HDW-Werft in Kiel ist einer der größten und wichtigsten industriellen Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein. An der Weiterentwicklung dieses Standortes hängt die Zukunft vieler Tausende Mitarbeiter und ihrer Familien sowohl bei der HDW direkt in Kiel als auch bei den vielen Zulieferanten ab. Nicht umsonst steht der gesamte Landtag voll hinter der ­ leider immer noch notwendigen ­ Werftenhilfe für diese moderne und wichtige Branche. Natürlich können wir als Landtag nicht viel mehr tun, als an die Verantwortlichen des Konzerns zu appellieren. Rechtliche Einwirkungsmöglichkeiten hat die Landesregierung und der Landtag seit den Verkauf der Anteile an der HDW nicht mehr. Dabei sollten wir uns prinzipiell aber nicht in personelle Entscheidungen der Werft einmischen. Aber wenn diese personellen Entscheidungen gleichzeitig als Anzeichen dafür gewertet werden können, dass die Konzernspitze Kiel als Standort für den Handelsschiffbau aufgeben will, dann können wir das als verantwortliche Politikerinnen und Politiker dieses Landes nicht einfach hinnehmen. Die Frage ist aber, ob dies der Fall ist oder ob der gestrige Austausch im Vorstand der Werft ­ der ja gemeinsam von HDW-Mehrheitsgesellschafter Babock Borsig und den Arbeitnehmervertretern, was ganz wichtig ist, getragen wurde ­ nicht auch auf lange Sicht positiv gesehen werden kann. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die neue Leitung weiterhin zukünftige Entscheidungen im Einvernehmen mit den Betriebsrat und den Beschäftigten trifft. Es ist richtig, dass die HDW-Werft in den letzten Jahren ihren Überschuss hauptsächlich dem Marineschiffbau zu verdanken hat und dass der Handelsschiffbau für dreistellige Millionenverluste verantwortlich war. Aber zum einen hatte die Leitung der Werft in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass man enorme Anstrengungen unternehme dieses Defizit abzubauen und zum anderen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass der Marineschiffbau von technologischen Entwicklungen und Erfahrungen des Handelschiffbau auch profitiert. Wir sollten also gemeinsam an die neue Leitung der Werft appellieren, dass sie diese Fakten nicht außer acht lässt und Kiel somit auch in Zukunft als Standort für den Handelsschiffbau erhalten bleibt.