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Presseticker > alle > 2001 > Mai > 30 > 17:44

Netzwerkbetreuung

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

PRESSEINFORMATION
                                                                                   Kiel, den 30.05.2001
                                                                         Es gilt das gesprochene Wort


TOP 29: Netzwerkbetreuung an öffentlichen Schulen (Drs. 15/953)

Anke Spoorendonk: ,, Die Lehrkräfte vor Ort brauchen jetzt Entlastung".

Ich danke der Bildungsministerin für diesen Bericht, der klar und deutlich die Probleme - oder
wenn man will: die Herausforderungen umreißt, vor denen die Netzwerkbetreuung an den
öffentlichen Schulen des Landes steht: Kurz gefasst, kann man sagen, dass die öffentlichen Schulen
in Schleswig-Holstein von der IT-Entwicklung so zu sagen überrannt worden sind. Die
Anforderungen an den Unterricht im Computer- und Internetbereich sind in den letzten Jahren so
stark angestiegen, dass keine einheitliche und koordinierte Entwicklung möglich war. Dabei ist
schon seit Jahren klar, dass der globale Wettbewerb es zunehmend erforderlich machte, bereits in
der Schule zu lernen, mit der neuen Informationstechnologie umzugehen.


Aus unser Sicht liegt dabei die Verantwortung, die geeigneten Ressourcen für die Schülerinnen und
Schüler zur Verfügung zu stellen sowohl bei den Schulträgern als auch beim Land. Angesichts der
rasanten Entwicklung reichten die 27 Mio. DM, die von der öffentlichen Hand für Hardware und
für Vernetzung in den letzten 4 Jahren zur Verfügung gestellt wurden, leider nicht aus. Ohne die
vielfältige Hilfe von privaten Sponsoren sähe es noch schlechter aus. Das kann es aber nicht sein:
Schule ist eine öffentliche Aufgabe. Zurecht weist die Landesregierung im Bericht darauf hin, dass
es ohne den teilweise aufopferungsvollen Einsatz vieler engagierter Lehrkräfte, die sich oft
autodidaktisch des Aufbaus der Rechnerräume sowie der Vernetzungen angenommen haben, mit
dem Aufbau der Computersysteme in den Schulen sehr schlecht ausgesehen hätte. Auch von meiner
Seite einen großen Dank für diesen uneigennützigen und idealistischen Einsatz, denn der Bericht
zeigt ja leider auch sehr deutlich auf, dass die zur Verfügung stehenden Ausgleichsstunden für die
Systembetreuung überhaupt nicht auch nur annähernd mit dem konkreten Aufwand dieser

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Lehrkräfte im Zusammenhang stehen. Wer ein wenig Ahnung von Technik hat, kann sich leicht
vorstellen, dass Ausgleichstunden zwischen 0,27 und 1,1 Stunden pro Woche und pro Schule in
keiner Weise für die Systembetreuung ausreichend sind. Das Admin-Forum Schleswig-Holstein ­
die Vereinigung der Netzwerkbetreuenden Lehrkräfte an Schulen in Schleswig-Holstein - hat
darauf zu Recht hingewiesen, und auch die Landesregierung sagt dieses sehr deutlich im Bericht.


Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob es überhaupt die Aufgabe von Lehrkräften ist, diese
komplexe Netze und Rechnersystem auszubauen, zu pflegen und zu warten. Aber zum einen würde
die Computerausstattung in Schleswig-Holstein ohne diese unbezahlte Mehrarbeit der Lehrkräfte
noch weiter hinterher hinken und zum anderen wird vergessen, dass eine zeitgemäße IT-Ausbildung
der Schülerinnen und Schüler technische Wartung der Computer und pädagogische Betreuung der
Benutzer voraussetzt. Das heißt, selbst bei einer in technischer Hinsicht optimalen externen
Betreuung werden eine große Anzahl von Lehrkräften benötigt ­ sozusagen, um die Schnittstellen
zwischen Technik und Pädagogik zu bewältigen.


Laut Bericht ist landesweit eine sehr unübersichtliche und technisch sehr heterogene Rechner- und
Netzwerkinfrastruktur entstanden, die aus Sicht der Landesregierung optimiert werden kann und
muss. Das ist sicherlich richtig, aber das AdminForum hat ja auch recht, wenn es zurecht anmahnt,
dass neue Systeme, deren Technik noch nicht ausgereift ist, erst in einigen Jahre wirkungsvoll
eingesetzt werden können: die Probleme aber müssen jetzt in Angriff genommen werden.


Im Bericht verweist die Landesregierung darauf, dass sie einige Initiativen in Gang gesetzt hat, um
die genannte Probleme zu lösen. So kann das beim IPTS eingerichtete IT-Beratungsnetz, das die
Schulträger und die Schulen beim Aufbau von stabilen Systemen berät, ein Beitrag zur Entlastung
der Betroffenen werden. - Auch dass die Datenzentrale externe Wartung der Systeme zu günstigen
Konditionen anbietet, kann zur konkreten Entlastung der Lehrkräfte beitragen. Dennoch wird dies
kurzfristig nicht reichen. Daher sollte die Landesregierung überlegen, ob sie nicht dem Hamburger
Modell folgen will, wo kürzlich vereinbart wurde, die Netzwerkbetreuer Hamburger Berufsschulen
grundsätzlich mit 3 Ermäßigungsstunden zuzüglich einer Stunde je angefangene 20 Computer zu
entlasten. Die Lehrkräfte vor Ort brauchen jetzt Entlastung.




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