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PRESSEDIENST Fraktion im Landtag
Schleswig-Holstein
Pressesprecherin
Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob
Landeshaus
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24105 Kiel
Hauptschulen -
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Nr. 152.01 / 30.05.2001
Nicht nur die Hauptschule,
sondern vor allem die HauptschülerInnen stärken!
Wir gehen davon aus, dass die Landesregierung bei den Beratungen um den Haushalt
2001 und 2002, wie bisher den Koalitionsvereinbarungen und den jüngsten bildungspoli-
tischen Landtagsanträgen Rechnung trägt. Das heißt: Keine Einsparungen, sondern so-
gar realer Ausbau der Personalressourcen für die Schulen. Das sind wir der Zukunft der
Kinder schuldig.
Eine erneute Aufforderung der FDP in Form von Landtagsanträgen, genau so zu verfah-
ren, braucht es dazu nicht, aber es freut uns natürlich, dass auch die Opposition die Prio-
ritätensetzung der Regierung auf den Bereich der schulischen Bildung unterstützt.
Aber nun zum eigentlichen Thema. Hauptschule: Das klingt nach "Hauptsache", aber in-
zwischen heißt es für einen Teil der Jugendlichen, die diese Schule besucht, einfach nur
,,Hauptsache Schule", im Sinne von überhaupt zur Schule zu gehen, egal was da pas-
siert. Aber diese "Hauptsache" stellen zunehmend mehr Jugendliche in Frage: Auch
wenn der Absentismus nicht so stark ist, wie die CDU glaubte, er ist ein Problem, genau-
so wie die Tatsache, dass viele Jugendliche an dieser Schule scheitern.
Die einzig konsequente Lösung wäre die Auflösung der Schularten in die Gesamtschule
oder zumindest die Verlängerung der Grundschule auf sechs Jahre. Diese Lösung wurde
und wird genau von der CDU verbissen bekämpft, die nun über die logische Folge, näm-
lich dass die Hauptschule leidet, klagt. Hauptleidtragende eines in seiner Rückständigkeit
in Europa einzigartigen ständischen Schulsystems ist die Hauptschule. Aber die Klage
und auch ein Teil der Vorschläge seitens der CDU, nämlich die Forderung nach mehr
formaler Leistung in der Einführung einer zentralen landesweiten Abschlussprüfung erin-
nern mich an die Geschichte, die mit ,,Haltet den Dieb" endet.
Wir können als Grüne diese Geschichte nicht rechthaberisch fortsetzen, indem wir die
Mädchen und Jungen bestrafen, die die Hauptschule, wie sie nun einmal ist, besuchen.
Deshalb verschließen wir uns nicht der Reformdebatte über eine Schulform.
Für uns ist wichtig, dass alle Eltern und Kinder, auch diejenigen mit nicht-deutscher Mut-
tersprache, gut über alle Schularten schriftlich und mündlich informiert werden, wenn sie
sich für den weiteren Schulweg entscheiden müssen. Alle Schularten müssen sich der
Notwendigkeit von Deutsch als Fremdsprachenunterricht stellen - dies dürfen andere
weiterführende Schulen nicht allein den Hauptschulen überlassen.
Für uns ist wichtig, an die Jugendlichen zu denken und ihnen sowenig wie möglich
Versagenserfahrung zuzumuten. Dem sollen alle schulorganisatorischen Vorschläge in
unserem Antrag dienen, die zum Teil schon im Schulgesetz verankert sind, aber leider
noch nicht angewandt werden.
Schließlich folgen wir den Vorschlägen nach mehr und früherer Verzahnung mit dem Be-
rufsleben, fordern aber auch mehr Unterricht, der vorbereitet auf ein selbständiges, e-
manzipatorisches Leben für beide Geschlechter. Und selbstverständlich sind wir auch für
mehr Ganztagsangeboten an Hauptschulen.
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