PRESSEDIENST Es gilt das gesprochene Wort! TOP 24 - Perspektiven und Profil für unsere Hauptschulen Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Angelika Birk: Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: Zentrale: Telefax: Mobil: E-Mail: Internet: 0431/988-1503 0431/988-1500 0431/988-1501 0172/541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.gruene-landtag-sh.de Nr. 152.01 / 30.05.2001 Nicht nur die Hauptschule, sondern vor allem die HauptschülerInnen stärken! Wir gehen davon aus, dass die Landesregierung bei den Beratungen um den Haushalt 2001 und 2002, wie bisher den Koalitionsvereinbarungen und den jüngsten bildungspolitischen Landtagsanträgen Rechnung trägt. Das heißt: Keine Einsparungen, sondern sogar realer Ausbau der Personalressourcen für die Schulen. Das sind wir der Zukunft der Kinder schuldig. Eine erneute Aufforderung der FDP in Form von Landtagsanträgen, genau so zu verfahren, braucht es dazu nicht, aber es freut uns natürlich, dass auch die Opposition die Prioritätensetzung der Regierung auf den Bereich der schulischen Bildung unterstützt. Aber nun zum eigentlichen Thema. Hauptschule: Das klingt nach "Hauptsache", aber inzwischen heißt es für einen Teil der Jugendlichen, die diese Schule besucht, einfach nur ,,Hauptsache Schule", im Sinne von überhaupt zur Schule zu gehen, egal was da passiert. Aber diese "Hauptsache" stellen zunehmend mehr Jugendliche in Frage: Auch wenn der Absentismus nicht so stark ist, wie die CDU glaubte, er ist ein Problem, genauso wie die Tatsache, dass viele Jugendliche an dieser Schule scheitern. Die einzig konsequente Lösung wäre die Auflösung der Schularten in die Gesamtschule oder zumindest die Verlängerung der Grundschule auf sechs Jahre. Diese Lösung wurde und wird genau von der CDU verbissen bekämpft, die nun über die logische Folge, nämlich dass die Hauptschule leidet, klagt. Hauptleidtragende eines in seiner Rückständigkeit in Europa einzigartigen ständischen Schulsystems ist die Hauptschule. Aber die Klage und auch ein Teil der Vorschläge seitens der CDU, nämlich die Forderung nach mehr formaler Leistung in der Einführung einer zentralen landesweiten Abschlussprüfung erinnern mich an die Geschichte, die mit ,,Haltet den Dieb" endet. Wir können als Grüne diese Geschichte nicht rechthaberisch fortsetzen, indem wir die Mädchen und Jungen bestrafen, die die Hauptschule, wie sie nun einmal ist, besuchen. Deshalb verschließen wir uns nicht der Reformdebatte über eine Schulform. Für uns ist wichtig, dass alle Eltern und Kinder, auch diejenigen mit nicht-deutscher Muttersprache, gut über alle Schularten schriftlich und mündlich informiert werden, wenn sie sich für den weiteren Schulweg entscheiden müssen. Alle Schularten müssen sich der Notwendigkeit von Deutsch als Fremdsprachenunterricht stellen - dies dürfen andere weiterführende Schulen nicht allein den Hauptschulen überlassen. Für uns ist wichtig, an die Jugendlichen zu denken und ihnen sowenig wie möglich Versagenserfahrung zuzumuten. Dem sollen alle schulorganisatorischen Vorschläge in unserem Antrag dienen, die zum Teil schon im Schulgesetz verankert sind, aber leider noch nicht angewandt werden. Schließlich folgen wir den Vorschlägen nach mehr und früherer Verzahnung mit dem Berufsleben, fordern aber auch mehr Unterricht, der vorbereitet auf ein selbständiges, emanzipatorisches Leben für beide Geschlechter. Und selbstverständlich sind wir auch für mehr Ganztagsangeboten an Hauptschulen. ***