PRESSEDIENST Es gilt das gesprochene Wort! TOP 33 - Neue Wege in der Drogenpolitik Dazu erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Angelika Birk: Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: Zentrale: Telefax: Mobil: E-Mail: Internet: 0431/988-1503 0431/988-1500 0431/988-1501 0172/541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.gruene-landtag-sh.de Selbstevaluation ist der erfolgversprechendste Weg zu realen Verbesserungen Nr. 158.01 / 31.05.2001 Der Bericht über das Dokumentationssystem Horizont belegt, dass es auch auf heiklen Feldern der Sozialarbeit wie der Beratung und Hilfe für Abhängige von illegalen Drogen gute neue Formen der modernen quantitativen Dokumentation gibt, die eine wertvolle Grundlage für die fachliche Selbstevaluation, die Leistungsbilanz und Leistungsverträge mit der öffentlichen Hand sein können. Die Tatsache, dass dieses Verfahren von den SozialarbeiterInnen, die selbst in der täglichen Praxis stehen, initiiert und gemeinsam mit weiteren Fachleuten erarbeitet wurde, bestätigt uns in der Überzeugung, dass Selbstevaluation immer noch der erfolgversprechendste Weg zu realen Verbesserungen ist. Er wird inzwischen auch in anderen Bereichen - so zum Beispiel von den Frauenprojekten, die Landeszuschüsse erhalten - beschritten. Die Methode, die sich mit dem Namen Horizont verbindet, steht für Qualität und macht inzwischen bundesweit bei ähnlichen Projekten Schule. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage des Urheberrechts oder der Patentanmeldung. Es muss zukünftig für ErfinderInnen im Bereich der freien Träger sozialer Arbeit leichter möglich sein, solche neuen Verfahren auszuprobieren und dann selbst zu vermarkten. Für die so gewonnenen Einnahmen dürfen die öffentlichen Zuschüsse nicht gekürzt werden, denn sonst wird Innovation bestraft. Auch sehe ich - anders als manche EU Wettbewerbshüter - durch die öffentlichen Zuschüsse keinen Wettbewerbsvorteil für gemeinnützige Organisationen, wenn sie ihre Methoden selbst vermarkten. Gerade auch die EU geförderten Projekte müssen sich einer strengen Evaluation unterziehen und können dabei als gemeinnützige Träger in der Wirtschaft erfundene Verfahren nicht eins zu eins übertragen. Die EU, Bund, Land und Kommunen wären gut beraten, wenn sie in verschiedener Weise mit Anreizen zur Selbstevaluation die Erprobung neuer Methoden belohnten. Sie sind ein Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftskraft und der Zielgenauigkeit des Gemeinwesens und der Subsidiarität. ***