PRESSEDIENST Es gilt das gesprochene Wort! TOP 27 - Modellversuch in der Drogenpolitik Dazu sagt die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Angelika Birk: Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: Zentrale: Telefax: Mobil: E-Mail: Internet: 0431/988-1503 0431/988-1500 0431/988-1501 0172/541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.gruene-landtag-sh.de Nr. 266.01 / 28.09.2001 Wer Beschaffungskriminalität bekämpfen will, muss den Heroinhandel unterlaufen. Der FDP-Antrag unterstützt die Strategie, Heroinabhängige wenigstens aus der zusätzlichen Abhängigkeit von kriminellen Dealern zu lösen und ihnen ihren Suchtstoff unter ärztlicher Aufsicht legal anzubieten - mit dem Ziel Schritt für Schritt einen Ausstieg aus der Sucht einzuleiten. Dem bundesweiten und in mehreren Ländern beginnenden Modellversuch wünschen wir deshalb viel Erfolg. Wer immer in unserem Nachbarland Hamburg regiert, ist gut beraten, diesen von Fachleuten der Polizei, Medizin und Sozialarbeit dort maßgeblich mitentwickelten und empfohlenen Weg zu beschreiten. Er ist im übrigen politisch seit Jahren federführend von grünen GesundheitspolitikerInnen vorbereitet und erstritten worden. Er verspricht mehr Sicherheit als viele populistische Plakate des dortigen Wahlkampfs. Warum nicht in Schleswig Holstein sich anschließen? Zwar ist die Drogenszene in unserem Land nicht so groß und nicht so konzentriert wie in Hamburg, aber da der Modellversuch die Situation in verschiedenen Milieus ausprobieren soll, spräche einiges dafür. Insbesondere als die Gesundheitsministerin mit dem Metadonprogramm vor Jahren zu den Ersten gehörte, die die Abkehr von der Kriminalisierung Süchtiger und damit kranker Menschen eingeleitet hat. Zu Bedenken ist allerdings, dass die Anmeldefrist verstrichen ist und es sicher nicht möglich sein wird, ohne Landesmittel sich an diesem Modellversuch zu beteiligen. Die Fachleute mahnen außerdem hierzulande an, dass es vor allem akut darauf ankommt, für Aussteigewillige mehr Therapieplätze und für Ausgestiegene mehr Berufswiedereinstiegschancen zu schaffen - und für alles gute Übergänge. Wir werden angesichts knapper Ressourcen also zu prüfen haben, welche Prioritäten wir hier in Schleswig-Holstein für die nächsten zwei Jahre setzen. Ob wir nun direkt beteiligt sind oder den Modellversuch von außen politisch begleiten, er bedarf unserer Aufmerksamkeit und unserer Unterstützung. ***