PRESSEDIENST Es gilt das gesprochene Wort! TOP 30 - Lehrerbildung Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Angelika Birk: Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: Zentrale: Telefax: Mobil: E-Mail: Internet: 0431/988-1503 0431/988-1500 0431/988-1501 0172/541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.gruene-landtag-sh.de Nr. 268.01 / 28.09.2001 CDU bleibt auf halber Strecke stehen Interessante Vorschläge hat die CDU zur Lehrebildung gemacht. So fordert sie die Institution der Lehrerfortbildung, das IPTS an die Hochschulen zu legen. Warum so halbherzig? Es ist dann konsequent, wie wir es fordern, die Lehrerausbildung aus ihrer Zweiteilung herauszuholen und eine einphasige Lehrerausbildung einzuführen. SchleswigHolstein könnte sich hier als Modellland profilieren - dies umso mehr als die Universität Flensburg, an der ja ein großer Teil der Lehrerbildung stattfindet, dazu bereit ist. Wir haben hierzu schon im April ein Konzept vorgelegt. Selbst wenn nicht alles sofort zu realisieren ist, so sollten wir uns bei der jetzigen Chance für eine große Reform in Schleswig-Holstein von diesem Ziel leiten lassen. Die CDU schlägt außerdem einen Bildungsgutschein für alle LehrerInnen zur Fortbildung vor: Auch ein guter Vorschlag, aber auch hier heißt es konsequent sein. Jede Schule muss ein Fortbildungsbudget haben und gemeinsam in Schul- und Lehrerkonferenz festlegen, welche Fortbildung die Lehrkräfte sich aneignen sollen. Schließlich, das verwundert nicht, hält die CDU explizit an der ständischen Orientierung einer streng nach Schularten gegliederten Lehrerbildung fest. Genau das ist überholt. Im Gegenteil: Schritt für Schritt müssen wir zu einer schulübergreifenden und interdisziplinären Aus- und Fortbildung kommen, in der Schulentwicklungsforschung, Selbstmanagement, interkulturelle Bildung, neue Medien, Jugendarbeit und Elternberatung eine zentrale Rolle spielen. Wir wissen uns in dieser Zielsetzung auch einig mit der Hamburger Kommission für Lehrerbildungsreform, die schon im Jahr 2000 ihre Vorschläge machte. Das hat auch Konsequenzen für die Leistungsbewertung der LehrerInnen. Auch die schleswig-holsteinische Kommission zur Lehrerbildung hat den Anschluss an europäische Qualitätsstandards gefordert. Das European Credit Transfer System (ETCS) sollte hierbei auch für Lehrerbildung leitend sein. Zusätzlich empfiehlt die Hamburger Kommission zur Lehrerbildung neben den Prüfungen auch die Entwicklung persönlicher Portfolios, welche Themen und Kompetenzen sich Lehrkräfte im Lauf ihres Lebens erwerben. Bei Einstellungen, die ja zukünftig die Schulen und nicht mehr zentral die Behörde vornehmen soll, wird dann zunehmend nicht mehr allein der Notenschnitt ausschlaggebend sein! ***