Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 14.07.2005, Nr.: 099/2005 Dr. Henning Höppner: Alle Kinder müssen die gleichen Chancen haben! Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen des deutschlandweiten Schulleistungstests PISA-E aus dem Jahr 2003 erklärt der bildungspolitische Sprecher der SPDLandtagsfraktion, Dr. Henning Höppner: Das Ergebnis überrascht nicht. Die Südländer der Bundesrepublik haben das getan, was zu erwarten war und was zu einem schnellen Erfolg auf der OECD-Rankingliste geführt hat, nämlich: PISA-Aufgaben gepaukt. Was die PISA-Forscher seit Beginn der Studie am deutschen Bildungssystem bemängelt haben, ist die starke Selektion und die im europäischen Vergleich übermäßige soziale Differenzierung. Diesen Aspekt, der in der PISA-Studie denselben Stellenwert einnimmt wie das Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler, vernachlässigen die südlichen Bundesländer nach wie vor konsequent. Durch den übertriebenen Fokus auf PISA gerät die Bildungspolitik in die Gefahr, ihre Ziele an einem Tabellenplatz in einer Bildungshitliste auszurichten. Das ist ausgesprochen bedenklich, weil es die in Deutschland immer noch schwach entwickelte Schulund Bildungskultur weiter negativ beeinflusst. Und die Schule als Ort einer solidarischen Gesellschaft wird zu einer Art Fleiß- und Paukschule. Mit den Ergebnissen für Schleswig-Holstein bin ich insoweit zufrieden, als die nach Bekanntwerden der Ergebnisse von PISA 2000 im Sommer 2001 eingeleiteten Maßnahmen bereits erkennbare Fortschritte gebracht haben. Bis zum Beginn der PISAStudie 2003 standen nur gut 1 ½ Jahre zur Verfügung. Das, was unsere Schulen in SchleswigHolstein Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2- dieser kurzen Zeit an verbesserter Unterrichtsqualität erreicht haben, verdient unsere ausdrückliche Anerkennung. Auch wenn ich ein treuer Vertreter der Bildungspolitik der Großen Koalition bin, halte ich das gegliederte System von Schulartschulen mit seiner starken sozialen Differenzierung in der jetzigen Form für nur bedingt zukunftsfähig. Unsere Kinder brauchen eine Lebensperspektive, in der nicht das Einpauken von Aufgabentypen über ihren Erfolg in der Zukunft entscheidet, sondern auch Eigenschaften wie Kreativität und soziale Kompetenz. Wichtig ist und bleibt für uns aber die Chancengleichheit aller Kinder, vor allem angesichts deutlich zurückgehender Schülerzahlen. Für ihre Verwirklichung werden wir uns weiterhin einsetzen.