Bildleiste
Der Landtag Schleswig Holstein
 
 
SH-Landtag 
Presseticker 
[alle Meld.
[Archiv
[akt. Jahr
[Abo
[Suche
Abos 
Login 
ParlaTV 
Termine 
Suche 
ParlaNet 

 

Presseticker > alle > 2005 > November > 11 > 11:31

Karl-Martin Hentschel zur europäischen Zuckermarktordnung

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

PRESSEDIENST                                               Fraktion im Landtag
                                                           Schleswig-Holstein
                                                           Pressesprecherin
Es gilt das gesprochene Wort!                              Claudia Jacob
                                                           Landeshaus
TOP 46 ­ Reform der europäischen                           Düsternbrooker Weg 70
                                                           24105 Kiel
Zuckermarktordnung
                                                           Durchwahl:   0431/988-1503
                                                           Zentrale:    0431/988-1500
Dazu sagt der agrarpolitische Sprecher                     Telefax:     0431/988-1501
der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen,                        Mobil:       0172/541 83 53
Karl-Martin Hentschel:                                     E-Mail:      presse@gruene.ltsh.de
                                                           Internet:    www.sh-gruene.de


                                                           Nr. 335.05 / 11.11.2005


Wir müssen Alternativen für die Bauern finden

Nach der jetzigen Zuckermarktordnung garantiert die EU den BäuerInnen die Abnahme
des Zuckers zum Dreifachen des Weltmarktpreises. Die dadurch entstehenden Über-
schüsse werden zu hoch subventionierten Preisen auf den Weltmarkt gedrückt und rui-
nieren dort die Preise für viele arme Länder, die auf den Zuckerexport angewiesen sind.
Außerdem bietet die EU einer ausgewählten Gruppe von Ländern exklusive Import-
Rechte, die für diese Möglichkeiten schafft, über dem Weltmarktpreis in die EU zu liefern.

Es gibt deshalb zwei nahe liegende Gründe, warum diese Zuckermarktordnung refor-
miert werden muss. Erstens kann die EU die Forderungen der WTO nach einer Öffnung
der EU und einem Ende der Subventionen nicht ignorieren. Gerade Deutschland als
Welthandelsland Nummer Eins ist auf freien Handel essentiell angewiesen und kann sich
eine Politik gegen den WTO nicht leisten.

Zweitens fordert auch die Glaubwürdigkeit gegenüber armen Entwicklungsländern eine
Veränderung. Wir können nicht Ländern unsere Autos und Maschinen verkaufen, wenn
wir nicht bereit sind, von diesen auch Agrarprodukte zu erwerben.

Eine Reform darf aber nicht an der Tatsache vorbei gehen, dass jede Änderung der Zu-
ckermarktordnung zu gravierenden Einschnitten bei den betroffenen LandwirtInnen führt.
Eine völlige Öffnung der Märkte und ein damit verbundenes Absenken der Preise auf
Weltmarktniveau würde zum völligen Aus für die deutsche Zuckerrübenproduktion füh-
ren. Das wollen wir nicht!



1/2

Deswegen muss unbedingt ein Kompromiss gefunden werden. Ein Kompromiss könnte
darin bestehen, dass die EU weiterhin subventioniert, wenn auch auf niedrigerem Ni-
veau, aber auf den Export von subventioniertem Zucker verzichtet.

Zugleich sollten die ärmsten Länder schrittweisen Zugang zum EU-Markt erhalten. Dies
entspräche der EBA-Initiative, der ,,Everything-But-Arms-Initiative", die eine Stabilisierung
der armen Länder durch begrenzte Öffnung von Märkten erreichen will.

Ein Teil der eingesparten Mittel sollte dann dafür eingesetzt werden, um die bisherigen
Lieferanten in die EU beim Umbau ihrer Zuckerwirtschaft zu unterstützen, damit sie ge-
genüber den Weltmarktführern wie Brasilien, Australien usw. konkurrenzfähig werden.
Wer aber glaubt, jetzt eine unveränderte Fortsetzung der Subventionen und der Exporte
durchsetzen zu können, wie es vom Bauernverband gefordert wird, nützt nicht den Bäue-
rInnen.

Es muss vielmehr darum gehen, bei zukünftig rückläufiger Zuckerproduktion Alternativen
für die betroffenen LandwirtInnen zu finden. Da können Biotreibstoffe sicher eine wichtige
Rolle spielen.


                                            ***
  • Twitter
  • Facebook
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg