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Presseticker > alle > 2005 > November > 11 > 12:59

Lars Harms zu TOP 28 - EU-Strukturförderung

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

Presseinformation
Kiel, den 10.11.2005
Es gilt das gesprochene Wort




Lars Harms

TOP 28 EU-Strukturförderung               Drs. 16/318


Schleswig-Holstein profitiert seit vielen Jahren von den europäischen Strukturfondmitteln. Im

jetzigen Förderzeitraum von 2000 bis 2006 bekommen wir aus dem Europäischen Fonds für

Regionale Entwicklung ­ dem EFRE - 231,5Mio. Euro und aus dem Europäischen Sozialfonds ­ dem

ESF - 170 Mio. Euro. Diese Mittel haben entscheidend dazu beigetragen, dass unser Land den

massiven Strukturwandel der letzten Jahre trotz allem einigermaßen gut überstanden hat. Denn

zusammen mit den Landes- und Bundesmitteln stand diese EU-Strukturförderung im Rahmen

der Landesprogramm ,,Regionalprogramm 2000" und dem ,,ASH 2000" bereit für Investitionen

im ländlichen Raum und für Projekte in mittelständische Unternehmen, Infrastruktur,

Langzeitarbeitslose, Existenzgründer, für Innovationen und für vieles mehr zur Verfügung.



Die neue Landesregierung hat jetzt die bisherigen Mittel von ASH 2000 und des

Regionalprogramms 2000 zu einem neuen ,,Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein"

zusammengelegt. Bis 2006 können immer noch erhebliche Mittel für eine vernünftige

wirtschaftliche Entwicklung in Schleswig-Holstein abgerufen werden. Diese Investitionen sollten

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wir gemeinsam unbedingt nutzen, um unser Land weiter voranzubringen. Der SSW hat immer

kritisiert, dass zu viele dieser Mittel in die wirtschaftstarken Regionen um Kiel und Lübeck

investiert wurden und zuwenig in die strukturschwachen Gebiete an der Westküste und im

nördlichen Landesteil. Bei dieser Kritik bleiben wir selbstverständlich. Stichworte sind für uns

immer noch der Ausbau des Flughafens Kiel-Holtenau und der Neubau eines Science Centers in

Kiel.



Doch eines bleibt auch für den SSW unbestritten - und darin sind wir uns hier im Landtag ja auch

fraktionsübergreifend einig: Wir brauchen auch nach 2006 weiterhin eine europäische

Regionalpolitik der Europäischen Union für strukturschwache Regionen der alten EU-15-Staaten.

Leider wissen wir, nicht zuletzt seit dem gescheiterten EU-Gipfel im Juni über die zukünftige

Finanzierung der EU, dass die Eu-Strukturförderung auf des Messers Schneide ist.



Dabei spielte gerade die scheidende rot-grüne Bundesregierung im Bezug auf die Finanzierung

der zukünftigen EU-Regionalpolitik eine aus Sicht von Schleswig-Holstein bedauerliche Rolle. So

wollte die alte Bundesregierung zum Beispiel nicht mehr die grenzüberschreitende Interreg-

Förderung zwischen den alten EU-Staaten unterstützen. Gerade für Schleswig-Holstein ist dies

aber weiterhin eine sehr wichtige Frage und ich weiß, dass wir uns auch hier alle einig sind.



Im Grunde genommen kommt dieser Bericht der Landesregierung etwas zu früh. Denn die

Entscheidung über die Finanzierung der EU ab 2007 wird ­ wenn überhaupt ­ erst Ende

November oder sogar erst im nächsten Jahr entschieden und die Folgen für den Landeshaushalt

sind somit schwer einzuschätzen. Dennoch ist es positiv, dass wir als Landtag mit diesem Bericht

die Gelegenheit bekommen, noch mal unsere Forderungen an die neue Bundesregierung und an

die EU-Kommission zu formulieren. In diesem Zusammenhang möchte ich auch ausdrücklich den

Ministern Döring und Austermann dafür danken, das sie sich schon Ende Oktober klar und

deutlich für eine Fortsetzung der EU-Förderung für Schleswig-Holsteins nach 2006 eingesetzt

haben.

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Auch wenn noch keine endgültige Entscheidung aus Brüssel vorliegt, ist es doch schon wichtig,

dass wir uns mit den bisher bekannt gewordenen Plänen beschäftigen. In diesem

Zusammenhang will ich nicht verhehlen, dass der SSW übergeordnet einige Sympathien für die

Position Großbritanniens hinsichtlich der Agrarsubventionen hat. Natürlich hat Tony Blair seine

Forderungen diesbezüglich etwas zu radikal formuliert. Dennoch: Langfristig kann sich die EU die

bisherigen Agrarsubventionen nicht mehr leisten. Statt Subventionen für Mengenförderung

müssen mehr Gelder in eine umweltfreundliche und zukunftsgerichtete Landwirtschaft

investieren. Dabei gilt es zu beachten, dass die Kommission vorgeschlagen hat einen Großteil

möglicher neuer EU-Regionalmittel an umweltpolitische Ziele zu knüpfen. Darauf sollte sich die

Landesregierung schon bei der Ausrichtung ihrer zukünftigen Landesprogramme schon mal

einrichten. Im Haushaltsentwurf für 2006 passierte gerade das Gegenteil.



Aber aus Sicht des SSW wird es in Zukunft entscheidend sein, dass weiterhin genügend

Strukturfondsmittel in Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und der

Abfederung des Strukturwandels auch für die strukturschwachen Regionen der alten EU-Länder

einzusetzen. Dafür werden wir gemeinsam hart kämpfen müssen.
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