PRESSEDIENST Es gilt das gesprochene Wort! TOP 23 ­ ,,Bündnis für Ausbildung" ­ Nachvermittlungsaktion Dazu sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: Zentrale: Telefax: Mobil: E-Mail: Internet: 0431/988-1503 0431/988-1500 0431/988-1501 0172/541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Detlef Matthiessen: Nr. 498.06 / 30.11.06 Weiter verbessern Im Bündnis für Ausbildung, das es seit 1997 in Schleswig-Holstein gibt, wird die jährliche Nachvermittlungsaktion jeweils mitvereinbart. IHKn, Handwerkskammern und die Agenturen für Arbeit sind im Nachvermittlungsverfahren federführend. Allen am 30.9. unvermittelten Jugendlichen wird eine individuelle Nachvermittlung in ein Ausbildungsverhältnis angeboten. Die Berufswünsche des Bewerbers/der Bewerberin, seine oder ihre individuellen Fähigkeiten und die Ergebnisse der Auswahltests werden bei der Erstellung des Angebots einbezogen. Die persönlich eingeladenen, noch nicht vermittelten Bewerber sind gehalten, dieser Einladung auch Folge zu leisten. Außerdem müssen sie einen ausreichenden Vermittlungswillen erkennen lassen. Ansonsten fallen sie aus dem Kreis der BewerberInnen im Nachvermittlungsverfahren heraus. Eine Zwischenbilanz der Nachvermittlung wird zum Stichtag 31.12.2006 gezogen. Das heißt, über eine echte Zwischenbilanz kann heute im Landtag nicht berichtet werden. Das sollten auch die Antragsteller wissen. In der Begründung wird auf das Plus an Ausbildungsverträgen verwiesen. Darauf kann das Land zu recht stolz sein. Darin sind wir seit langem führend. Die Zahl der am 31. August 2006 noch nicht vermittelten BewerberInnen wird mit 1.061 angegeben. So ist das sicher einer Statistik zu entnehmen. Mein Kollege Hentschel hat am Mittwoch von deutlich höheren Zahlen von Jugendlichen berichtet, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Das sind keine Horrorzahlen von uns Grünen, um irgendetwas schlecht zu reden. Nein, wir beziehen uns auf die aktuellen Daten des DGB Nord, der seinerseits die Daten der Agentur für Arbeit aufbereitet hat. Der DGB ist einer der Partner im Bündnis für Ausbildung. 1/2 Der DGB Nord geht von ca. 33.000 tatsächlichen BewerberInnen - inklusive WarteschleifenrückkehrerInnen - in Schleswig-Holstein aus, woraus sich eine Ausbildungsplatzlücke von ca. 14.000 Plätzen ergibt. Momentan sind ca. 53 Prozent aller Bewerber aus den Vorjahren, nur noch 47 Prozent der Bewerber kommen aus dem aktuellen Schulabgangsjahr! Das ist die wirkliche Problemlage. Wir sind froh über jeden einzelnen Nachvermittlungserfolg, der einer/einem Jugendlichen doch noch den erhofften Ausbildungsplatz bringt. Wir können dabei jedoch nicht stehen bleiben. Wir brauchen noch mehr Anstrengungen in den Methoden der Vermittlung in die berufliche Ausbildung. In der Koordinierungsstelle für Ausbildung der Arbeitsstiftung Hamburg konnte die Quote derjenigen Jugendlichen, die im Anschluss an die allgemeinbildende Schule ­ zumeist waren das HauptschulabgängerInnen ­ eine ungeförderte betriebliche Ausbildung aufnahmen, mehr als verdoppelt werden. Dabei spielte auch eine Rolle, dass der Erfolg im Abschluss von Eignungsprüfungen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Sprachbarrieren scheitert. Diese stellen sich dann nach individueller Nachvermittlung oft als ganz hervorragend im Beruf heraus. Außerdem brauchen wir auch eine nur schulische Ausbildung für diejenigen, die nicht anders im Beruf Fuß fassen können. Das haben wir ja bereits gestern ausführlich debattiert. ***