Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 07.12.2006, Nr.: 227/2006 Lothar Hay: Was haben Sie gegen Aldi, Herr Austermann? Zu den Äußerungen des Wissenschaftsministers Austermann über ,,Aldi-Studenten" erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Lothar Hay: Wenn Herr Austermann nicht akzeptieren will, was der Koalitionsausschuss beschlossen hat, sollte er sich beim Ministerpräsidenten beschweren und über Konsequenzen für sich nachdenken. Vor allem sollte er zur Kenntnis nehmen, dass Studiengebühren das Problem der zu geringen Studierendenquote in Deutschland nicht lösen, sondern verschlimmern. So ist beispielsweise die Zahl der Studienanfänger zum dritten Mal in Folge zurückgegangen (um 3,5 % gegenüber dem Vorjahr), obwohl es 2006 erneut mehr Abiturienten gab. Der Anteil von Studierenden aus mittleren und niedrigen sozialen Schichten ist von 57 % (1982) auf 39 % (2003) gesunken. Diese Entwicklung wird durch Studiengebühren noch verschärft. Dabei braucht Deutschland als rohstoffarmes Land in der globalisierten Welt mehr denn je eine hohe Akademikerquote. Investitionen in Hochschulbildung kommen der Zukunft der gesamten Gesellschaft und der Wirtschaft zugute. Herr Austermann sollte sich lieber dafür stark machen, dass Bundesländer wie Bayern, Hessen und Baden-Württemberg ihrer Verpflichtung zur Ausbildung von Akademikern endlich ausreichend nachkommen und nicht länger auf Kosten anderer Bundesländer viel in die Forschung, aber wenig in die Lehre investieren. Dann wäre gegen das AldiPrinzip ,,hohe Qualität zu günstigem Preis" auch auf Hochschulebene nichts einzuwenden... SchleswigHolstein Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD