Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 22 ­ Rahmenbedingungen für Windenergie Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel überarbeiten Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Dazu sagt der energiepolitische Sprecher Telefax: 0431/988-1501 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mobil: 0172/541 83 53 Detlef Matthiessen: E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 081.07 / 21.02.2007 Netz und Fläche sind die limitierenden Faktoren für mehr Wachstum in der Windenergie Wir unterstützen den Antrag vom SSW. Wir kritisieren die Landesregierung, dass sie zu- wenig für die Windenergiebranche tut. Der Netzausbau wird nicht energisch vorangetrie- ben. Die Windmüller sind dem Netzbetreiber hilflos ausgeliefert. Der Wirtschaftsminister sieht es offenbar gar nicht als seine Pflicht an, hier Dampf zu machen. Sie hätten, Herr Austermann, auf Fehmarn gar nicht die Gelegenheit gehabt, bei der Eröffnung des Windpark Fehmarn-Mitte zu reden, wenn die Betreiber nicht selber eine Netzgesellschaft gegründet hätten, um ihre Erdkabel selbst zu bauen. Sie stellen sich hin und sagen, das ist aber vorbildlich von den Fehmaranern. Nein, Sie sind in der Pflicht, die Landesregierung, mit Eon-Netz Tacheles zu reden und den Aus- bau mit Erdkabeln durchzusetzen. Insofern war ihre Rede auf Fehmarn, obwohl an ei- nem Samstag gehalten, eine Sonntagsrede. Der Ausbau und die Ausnutzung der Windenergie in Schleswig-Holstein scheitert am Netzzugang und an Netzausbau und -verstärkung. Es gehen Millionen verloren für unse- re Windmüller, weil sie bei Starkwind wegen angeblicher Netzüberlastung vom Netz ab- geschaltet werden. Das ist nicht nur ein Verlust an CO2-freier Energie, das ist ein Verlust an Geld im Wirtschaftsraum Schleswig-Holstein. Schleswig-Holstein ist in der Windenergiebrache ein führender Standort. Das bezieht sich zum einen auf die Produktion von Windstrom. 1/2 Das bezieht sich zum anderen aber auch auf die Produktion von Windenergietechnik. REpower ist Entwickler in Rendsburg und Hersteller in Husum; Vestas ist Hersteller in Husum; Dewind ist Hersteller in Lübeck; Nordex hat die Hauptverwaltung in Norderstedt und Aerodyn hat die Entwicklung in Rendsburg. Der Exportanteil liegt inzwischen in der Größenordnung anderer Zweige des Maschinen- und Anlagebaus bei zirka 60 Prozent. Es gibt zahlreiche PlanerInnen, Projektierer, Servi- ceunternehmen, spezialisierte AnwältInnen und NotarInnen, naturschutzfachliche Gut- achterInnen, GutachterInnen für Meteorologie und für Schallemissionen, Wegebau, Ka- belverlegung, Finanzierungen und, und, und...die vielen WindmüllerInnen selber gar nicht zu zählen. Das Repowering allein auf Fehmarn ist ein Investitionsvolumen im dreistelligen Millio- nenbereich. Die Leistungssteigerung durch Repowering in Schleswig-Holstein wird auf ein Gigawatt geschätzt. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig hat vergleichbare Investiti- onsvolumina. Die Branche ist für Schleswig-Holstein enorm wichtig. In Schleswig-Holstein, im Siliconvalley der Windindustrie, nämlich in Rendsburg, wurden die größten Windenergieanlagen der Welt entwickelt: Die Multibrid von aerodyn und die 5M von REpower. Da sind große Ingenieurbüros und entwickeln Technik für den Welt- markt. Nicht zuletzt will ich auch die größte Windenergiemesse der Welt erwähnen, die HU- SUMwind. Wer neue Technik anbietet, wer ein Messestandort ist, der muss diese Tech- nik auch im Lande zeigen. Damit bin ich beim Thema des Antrages. Netz und Fläche, das sind die limitierenden Faktoren für mehr Wachstum in der Windenergie in Schleswig-Holstein. Die Windmühlen sind größer geworden, moderner, leistungsfähiger. Und damit auch höher. Daher ist die- ses in einem neuen, jetzt schon älteren, Runderlass Windenergie berücksichtigt worden. Ich glaube, wir müssen diesen Runderlass noch mal auf den Prüfstand stellen, nachdem die Erfahrungen aus der Praxis vorliegen. Wir brauchen eine neue Standortdiskussion, ob wirklich von jedem Feldweg Kipphöhenabstand einzuhalten ist, ob an manchen Standorten eine Arrondierung und eine Anpassung des Zuschnitts der Flächen deren Ausnutzung nicht wesentlich steigern könnte. Wir brauchen für neue Technik Forschungs- und Entwicklungstandorte, um die Technik zu erproben, um sie hier im Lande zeigen zu können, aber auch, um die Entwicklungs- firmen hier im Lande zu halten, dass sie hier ihre Messungen durchführen können. ***