FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Presseinformation Nr. 177/2007 Kiel, Mittwoch, 6. Juni 2007 Sperrfrist: Redebeginn Es gilt das gesprochene Wort! Minderheiten- und Kulturpolitik/ Sprachenchartabericht 2007 Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Günther Hildebrand, MdL Ekkehard Klug: ,,Sprachencharta erfordert weitere Anstrengungen" In der Aussprache über den Bericht zur Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen - Sprachenchartabericht 2007 - (TOP 18) erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug: ,,Die Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen wird durch den Europarat im Rahmen eines umfangreichen Begutachtungsverfahrens überwacht. Die zweite Monitoring- Periode (2003 ­ 2006) zeigt für Schleswig-Holstein insgesamt eine positive Bilanz. Im Vergleich zur 1. Monitoring-Periode (2000 ­ 2003) sind in allen Bereichen mehr Verpflichtungen aus der Sprachencharta erfüllt worden. Für die Minderheitensprache Dänisch sind nunmehr 30 von 35 Verpflichtungen erfüllt; zuvor waren es nur 25 von 35. Eine Steigerung der erfüllten Verpflichtungen ist auch bei der friesischen und der niederdeutschen Sprache zu verzeichnen, auch wenn die Quote hier deutlich unterhalb derjenigen für die Sprache Dänisch liegt. Verbesserungen im Unterrichtsangebot für die Regional- und Minderheitensprachen empfiehlt das Ministerkomitee des Europarats dem Land Schleswig-Holstein daher auch insbesondere für die Bereiche Friesisch und Niederdeutsch. Nachdenklich stimmt die Aussage, dass der Friesisch-Unterricht in den Grundschulen mit ruckläufigen Anmeldezahlen zu kämpfen hat, weil Eltern ihre Kinder nach der Einführung des obligatorischen Englisch-Unterrichts in der Grundschule in erheblichem Umfang abgemeldet haben. Den für die Lehrerausbildung relevanten Studiengängen der Universität Flensburg fehlt jeweils eine reguläre Professur für Friesisch und Niederdeutsch, deren Vorhandensein für eine kontinuierliche Arbeit in Forschung und Lehre unverzichtbar ist. Für das Niederdeutsche fordert der Monitoring-Bericht insbesondere in der Sekundarstufe größere Bemühungen um einen erhöhten Umfang an Unterrichtsstunden und klarere Richtlinien zur Förderung der niederdeutschen Sprache. Über Möglichkeiten, wie die Forderungen der Sprachencharta in den kommenden Jahren noch besser erfüllt werden können, sollten wir uns intensiver in den zuständigen Ausschüssen Gedanken machen. Der Bericht ist sehr umfangreich und auch ausgesprochen informativ. Manches ist wohl selbst für diejenigen neu, die sich in zurückliegenden Jahren ausgiebig mit der Charta beschäftigt haben. Beispiel auf S. 37: ,,Für die Flensburger Berufsfeuerwehr gehört Dänisch als fester Bestandteil zur Grundausbildung". Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 1