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Presseticker > alle > 2007 > Juni > 06 > 16:09

Monika Heinold zu lokalen Bündnissen für Familien

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

PRESSEDIENST                                              Fraktion im Landtag
                                                          Schleswig-Holstein
                                                          Pressesprecherin
                                                          Claudia Jacob
Es gilt das gesprochene Wort!                             Landeshaus
                                                          Düsternbrooker Weg 70
                                                          24105 Kiel
TOP 21 ­ Lokale Bündnisse für Familien
in Schleswig-Holstein                                     Durchwahl:   0431/988-1503
                                                          Zentrale:    0431/988-1500
                                                          Telefax:     0431/988-1501
Dazu sagt die Parlamentarische Geschäftsführerin          Mobil:       0172/541 83 53
der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:                       E-Mail:      presse@gruene.ltsh.de
                                                          Internet:    www.sh.gruene-fraktion.de
Monika Heinold:
                                                          Nr. 248.07 / 06.06.2007


Lokale Bündnisse für Familien ­ ein guter Weg
zur Verwirklichung von Familienzentren

Lokale Bündnisse für Familien sind ein gute Sache. Sie setzen dort an, wo die konkre-
ten Probleme auftauchen. Sie setzen auf individuelle Lösungen und beziehen Famili-
en, Behörden, Arbeitgeber und Anbieter von familienunterstützenden Dienstleistungen
in ihr Konzept ein. Maßnahmen können relativ schnell entwickelt und umgesetzt wer-
den. Und die Erfolge sind unmittelbar spürbar.

Die Idee der lokalen Bündnisse für Familien ist nicht neu. Bereits 1991 gab es ein ers-
tes Projekt in Felsberg im hessischen Edertal. Ein weiteres startete im Landkreis
Leer/Ostfriesland 1992. Schon lange vor der 2004 gestarteten Initiative der Bundes-
familienministerin gab es also erste lokale Bündnisse für Familien. Bündnisse für Fa-
milien, die vor Ort entstanden, von den Ideen der Beteiligten lebten und immer noch
leben. Der Erfolg dieser Projekte ist unmittelbar an das Engagement vor Ort gebun-
den. Projekte werden ausprobiert, und wenn sie sich bewähren, werden die Erfahrun-
gen weiter getragen. So werden Lösungsstrategien entwickelt. Nachahmer sind will-
kommen.

Die Bundesregierung wirbt für diese Bündnisse, motiviert zum Mitmachen und verteilt
Mittel mit Unterstützung des europäischen Sozialfonds. Wie die Landesregierung die
Bündnisse in Schleswig-Holstein unterstützt, wird aus dem vorliegenden Bericht deut-
lich. So schön es ist, dass sich bereits an 14 Standorten in Schleswig-Holstein Lokale
Bündnisse für Familien gegründet haben, so kritisch ist es, dass sich einige Regionen
gar nicht beteiligen. Zu diesen weißen Flecken gehören Ostholstein, Dithmarschen,
Steinburg und Segeberg. Hier ist es die Aufgabe der Landesregierung, mit Hilfe der
eingerichteten Servicestelle zum Mitmachen zu motivieren.

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Auch in den aktiven Kreisen sind die Aktivitäten sehr unterschiedlich. Leider konzent-
rieren sich die Angebote eher im städtischen Bereich. Wir hoffen, dass es mit Hilfe der
Servicestelle gelingt, das begonnene Engagement vor Ort auszubauen und die Lust
auf Eigeninitiative weiter zu steigern.

Richtig ist die Aussage der Landesregierung, dass es nicht funktioniert, den BürgerIn-
nen vor Ort zu sagen, was sie tun sollen. Richtig ist aber auch, dass die Landesregie-
rung dafür verantwortlich ist, für Kinder in ganz Schleswig-Holstein gleiche Chancen
sicherzustellen. Deshalb ist es richtig, dass die Servicestelle des Ministeriums infor-
miert, berät und vernetzt. Dazu gehören auch regelmäßige Arbeitstreffen ­ häufiger
als einmal im Jahr. Wir begrüßen die Broschüre mit den ,,best practice"-Beispielen aus
Schleswig-Holstein, insbesondere auch die Planung, daraus jetzt einen Leitfaden zu
entwickeln.

Wer Familienfreundlichkeit ernst nimmt, muss sie endlich als handfesten Standortvor-
teil bewerten. Für junge Menschen ist bei der Wohnortwahl zunehmend wichtig, ob die
entsprechenden Infrastrukturangebote vorhanden sind. Unternehmen fangen an zu
begreifen, dass Familienfreundlichkeit ein Plus im Kampf um Fachkräfte ist und Ar-
beitnehmerInnen langfristig bindet. Kommunen realisieren, dass sie für zunehmend
überbelastete Eltern Angebote machen müssen, damit diese mit ihren Familien gut
durch den Tag kommen.

Deshalb ist es richtig, dass die Landesregierung unsere Grüne Forderung der Weiter-
entwicklung von Kindertagesstätten zu Familienzentren als eine Maßnahmen inner-
halb der Lokalen Bündnisse sieht. Familienzentren sind ein wichtiger Baustein zur
Schaffung eines lebenswerten Umfeldes für Familien. Ich hoffe also, dass wir bei der
Weiterentwicklung der Kindertagesstätten zu Familienzentren auf viele gute Erfahrun-
gen der lokalen Bündnisse zurückgreifen können. Denn auch hier geht es darum, ein
Konzept für das ganze Land zu haben, damit dieses dann vor Ort bedarfsgerecht aus-
gestaltet werden kann.


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