PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: Zentrale: Telefax: Mobil: 0431/988-1503 0431/988-1500 0431/988-1501 0172/541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Laufzeitverlängerer sollen endlich Ruhe geben E-Mail: Internet: Nr. 293.07 / 29.06.2007 Zur Pressekonferenz der Sozialministerin Gitta Trauernicht zu den AKW-Vorfällen erklärt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Detlef Matthiessen: Die außerordentliche Kettenreaktion der gestrigen Ereignisse werfen erneut Zweifel an den ständigen Sicherheitsgarantien der Betreiber auf. Wenn sich herausstellt, dass die gestern eingetretenen Ereignisse auch zukünftig nicht ausgeschlossen werden können, dann müssen die Reaktoren endgültig stillgelegt werden. Wir hoffen, dass nun die politischen Kräfte, die hartnäckig die Verlängerung der Restlaufzeiten der AKWs betreiben, endlich Ruhe geben. Das außergewöhnliche Doppelereignis bei den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel muss eine gründliche Analyse der Ursachen, der Ereignisabfolgen und möglicher Zusammenhänge nach sich ziehen. Der Kurzschluss innerhalb des Trafos beim AKW Krümmel hat zu einer Druckwelle geführt, die den Trafo mit 80 Kubikmeter brennbaren Öls hat zu Platzen bringen lassen. Die vorhandene Löschanlage war nicht in der Lage, den Großbrand zu löschen. Das ist eine erhebliche Sicherheitslücke. Reparaturen an der Schaltzentrale haben zum Kurzschluss in Brunsbüttel geführt, der Reaktor musste schnell abgeschaltet werden, da seine Leistung nicht mehr abgenommen werden konnte. Beim Einfahren der Steuerstäbe zwischen die Brennstäbe des Reaktors hat sich ein Stab zu langsam bewegt. Danach ist an der heißen Turbine ein Schwelbrand durch Ölaustritt in der Isolierung entstanden. Zusätzlich haben die Schwingungen in der Dampfumleitungsstation zu unerwarteten Risserweiterungen in den zugehörigen Abdeckungen geführt. 1/2 Besonders beunruhigend ist die Vermutung, dass der Brand im AKW Krümmel durch die Notabschaltung des AKWs Brunsbüttel verursacht wurde. Dies konnte vom Ministerium auch nicht dementiert werden. Hier muss die mögliche Kettenreaktion der Ereignisse untersucht werden. Offensichtlich zeigt sich erst im Schadensfall, dass einzelne Komponenten in den Anlagen unzureichend ausgelegt sind und deshalb weitere Störungen nach sich ziehen. Es kann kein schnelles Wiederanfahren der AKWs geben, die gründliche Ereignisaufarbeitung und die Herstellung der Sicherheit der Anlagen hat Vorrang. ***