PRESSEDIENST Es gilt das gesprochene Wort! TOP 17 und 21 ­ Stoffpläne entrümpeln ­ Förderung stärken Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Angelika Birk: Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: Fax: Mobil: E-Mail: Internet: 0431 / 988-1503 0431 / 988-1501 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 091.08 / 28.2.2008 Lernen braucht Muße: weniger Stoff, mehr individuelle Förderung ­ und das nicht nur im Gymnasium Inzwischen haben viele Eltern in Schleswig Holstein verstanden, dass das Schulgesetz auch Veränderungen für das Gymnasium bringt. Viele haben Angst vor dem Lernstress, wenn der Stoff von neun Jahren in acht Jahre gepackt werden soll und ein AchtSchulstunden-Tag die Regel wird, ohne einen neuen ganzheitlichen Lernrhythmus und Räume für Schulessen. Wir begrüßen die Möglichkeit, schon nach zwölf Jahren zum Abitur zu kommen, haben aber schon beim Modellversuch von G8 in der rotgrünen Koalition unsere Zweifel an der Stoffverdichtung in der Sekundarstufe I geäußert. Gleichzeitig weisen wir auch auf die Ungerechtigkeit hin, dass auf diese Weise für GymnasialschülerInnen in der Pubertät deutlich mehr Lehrerressourcen zur Verfügung stehen, als für ihre Altersgenossen in anderen Schularten. Die Gemeinschaftsschulen befürchten außerdem, dass ihre SchülerInnen, sofern sie in die Oberstufe eines Gymnasiums wechseln, benachteiligt sein könnten, und außerdem den hochbegabten OberstufenschülerInnen in der Gemeinschaftsschule die Möglichkeit des Abiturs nach acht Jahren versagt ist. Unsere Lösung für diese Probleme: Nicht nur in der Sekundarstufe I der Gymnasien, sondern in der Sekundarstufe I in allen Schulen wird die Zahl der Unterrichtstunden von 28 auf 32 in Klassen 5 und 6 erhöht. Gleichzeitig werden aber die Lehrpläne gestrafft und die zusätzliche Zeit für mehr individuelle Förderung genutzt. 1/2 Die Unterrichtskonzepte werden auf einen flexiblen Ganztagsbetrieb umgestellt. Glücklicherweise ist der 45-Minuten-Takt in Schleswig Holstein schon längst nicht mehr Pflicht. Das Recht auf vielfältigere Lernrhythmen sollte jetzt auch vor Ort genutzt werden. Der Wechsel in die Oberstufe soll je nach individuellem Lerntempo und Leistungen des Einzelnen entweder nach dem neunten oder zehnten Schuljahr erfolgen. Das zehnte Schuljahr soll einerseits als Vorbereitung auf den Beruf dienen - für diejenigen, die einen mittleren Schulabschluss anstreben - und andererseits als optionales Aufbaujahr zur Vorbereitung der Oberstufe gestaltet werden. Manche SchülerInnen werden für diese Zeit vielleicht auch einen längeren Auslandsaufenthalt planen. Die FDP fordert, dass auch die Gymnasien flexibler als bisher - wie andere Schulen auch - bauliche und andere Zuschüsse für den Ganztagsbetrieb erhalten sollen. Dies unterstützen wir. Die Koalitionsfraktionen können sich mal wieder zu nichts entscheiden und fordern ausführliche Berichte über die Lage und die Spielräume, die die Kultusministerkonferenz dem Land für Veränderungen lässt. Mehr Informationen sind nicht schädlich. Aber die Eltern, die Ihre Kinder ab kommenden August auf neue Schularten und für eine verkürzte Sekundarstufe einschulen, wollen jetzt Antworten. Und die Schulen brauchen Unterstützung für die Lösung der ganz handfesten Probleme. ***