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Presseticker > alle > 2008 > September > 10 > 15:28

Detlef Buder zu TOP 13: Keinerlei neue Ölbohrungen und keine Ausweitung der Ölförderung im Nationalpark Wattenmeer!

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

    Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion


                                                                                              Kiel, 10.09.2008
Landtag                                                         Es gilt das gesprochene Wort!
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aktuell

TOP 13, Nationalpark Wattenmeer vor Ausweitung der Ölförderung schützen (Drucksache
16/2203)


Detlef Buder:


Keinerlei neue Ölbohrungen und keine Ausweitung der Ölförderung im National-
park Wattenmeer!


Seit der Debatte hier im Landtag im April liegen zwei Gutachten des wissenschaftli-
chen Dienstes vor, die rechtlich neue Erkenntnisse liefern. Aus dem von der SPD-
Landtagsfraktion erbetenen Gutachten zu Probebohrungen nach Erdöl im Watten-
meer ist klar zu entnehmen, dass senkrechte Explorationsbohrungen im Nationalpark
allenfalls und nur unter strengen Vorgaben von Mittelplate erfolgen dürften.


Die SPD hat schon seit Jahren die Position vertreten, dass Bohrungen jeglicher Art im
hochsensiblen Gebiet des Nationalparks Wattenmeer nur von der Plattform Mittelplate
oder als Schrägbohrungen von außerhalb des Nationalparks durchgeführt werden dür-
fen. Dies haben wir 1999 im Nationalparkgesetz verankert und lassen es nicht juris-
tisch weg diskutieren.


Auch das von der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN erbetene Gutachten des wis-
senschaftlichen Dienstes liegt vor und kann dankenswerterweise ­ wie auch unser in
Auftrag gegebenes Gutachten ­ als Umdruck eingesehen werden. Im Ergebnis stellt
das Gutachten fest: Hinsichtlich des bergrechtlichen Konzessionsverfahrens besteht
legislativer Handlungsbedarf. Der Bundesgesetzgeber hat zur Erfüllung seiner mit-
gliedstaatlichen Umsetzungsverpflichtung die Verträglichkeitsprüfung nach der FFH-




Herausgeber:                   Landeshaus
SPD-Landtagsfraktion           Postfach 7121, 24171 Kiel
Verantwortlich:                Tel: 0431/ 988-1305/1307    E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de
Petra Bräutigam                Fax: 0431/ 988-1308         Internet: www.spd.ltsh.de

                                          -2-




Richtlinie in das Bergrecht zu integrieren und sicherzustellen, dass bereits vor Ertei-
lung einer Bergbauberechtigung eine Verträglichkeitsprüfung durch die nach Bergbau-
recht zuständige Behörde durchgeführt wird.


Ob und inwieweit dieses Handlungsdefizit das Genehmigungsverfahren der RWE Dea
für die Ölförderung im nordfriesischen Teil des Nationalparks Wattenmeer beeinflusst
hat und ob der im Antrag vorgeschlagene Weg der richtige ist, muss juristisch fundiert
geprüft und bewertet werden. Das Ziel des Antrages ist jedoch richtig, daher sollten wir
im Umwelt- und Wirtschaftsausschuss uns schnell einig werden.


Fernab aller juristischen Details, die wir noch diskutieren müssen, sollten wir nicht aus
den Augen verlieren: Bei der aus Sicht der Ölkonzerne angesichts endlicher Vorräte
und stetig steigender Preise verständlichen Suche nach neuen Erdölvorkommen auch
in Deutschland sollte der Nationalpark Wattenmeer von vornherein ausgeschlos-
sen sein. Dies gebietet schon das laufende Anerkennungsverfahren des Wattenmee-
res als Weltnaturerbe. Auch wenn die bestehende Ölförderung Bestandsschutz ge-
nießt und der UNESCO bekannt ist, macht es sich nicht gut, wenn während des aktu-
ellen Besuches von Experten der Weltnaturschutzunion im Auftrag der UNESCO im-
mer noch öffentlich über eine ausgeweitete Ölförderung im Nationalpark Wattenmeer
diskutiert wird. Das müssen wir schnell beenden und unsere Kräfte darauf konzentrie-
ren, wie die weltweit einzigartige Naturlandschaft des Wattenmeeres möglichst bald in
die Weltnaturerbe-Liste aufgenommen werden kann, um dann überall auf der Welt
noch bekannter und attraktiver zu werden. Dies dient der Natur, der Umwelt und über
ein höheres Tourismusaufkommen auch den Menschen an der Westküste.
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