FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Presseinformation Nr. 254/2008 Kiel, Donnerstag, 11. September 2008 Sperrfrist: Redebeginn Es gilt das gesprochene Wort! Schulen / Unterrichtsversorgung Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Günther Hildebrand, MdL Ekkehard Klug: ,,Mit der Unterrichtsversorgung geht es weiter bergab" In der Landtagsdebatte zu TOP 34 (Bericht zur Unterrichtsversorgung) erklärte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug: ,,Befindet sich das schleswig-holsteinische Bildungsministerium in einer anderen, einer besseren Welt als die Schüler, Eltern und Lehrer der Schulen unseres Landes? Vergleicht man das, was die Bildungsministerin zur Entwicklung der Unterrichtsversorgung an den Schulen berichtet, mit der Realität, wie sie sich den Betroffenen vor Ort darstellt, dann gelangt man zu dem Schluss: Ja, das ist so. Die Welt der Bildungsministerium stellt sich folgendermaßen dar: ,,Die Unterrichtsversorgung in Schleswig-Holstein konnte auch in diesem Jahr an den allgemein bildenden Schulen erneut verbessert werden, die Maßzahl der Unterrichtsstunden je Schüler ist im fünften Jahr in Folge gestiegen". In einem Elternbrief des Schulelternbeirats der Itzehoer AugusteViktoria-Schule sind dagegen folgende Hinweise zu finden: Im Schuljahr 2002/03 hatte die Schule bei 781 Schülern 45,8 Lehrerstellen. Im Schuljahr 2007/08 waren es hingegen 1029 Schüler bei 51,3 Lehrerstellen. Daraus folgt: im letzten Schuljahr entfiel auf durchschnittlich 20 Schüler eine Lehrerstelle. Fünf Jahre zuvor waren es hingegen 17 Schüler pro Stelle. Die Schlussfolgerung ist klar: Die Unterrichtssituation hat sich kontinuierlich verschlechtert. Das sind die beiden unterschiedlichen Welten, von denen ich eingangs gesprochen habe: Auf der einen Seite die heile Welt von Frau ErdsiekRave, das bildungspolitische ,,Ut(e)opia" der Bildungsministerin, auf der anderen Seite die raue Wirklichkeit in den Schulen. Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 1 Und dies ist keinesfalls nur an den Gymnasien festzustellen, zu denen die Auguste-Viktoria-Schule gehört. Die ,,Eckernförder Zeitung" schrieb am 3. Juni 2008 zur Lage an den Gesamtschulen unter der Überschrift: ,,IGS-Lehrer protestieren: ,,Verschlechterung auf der ganzen Linie". Der Landeselternbeirat der Realschulen stellt einen Vier-JahresVergleich an: Im Laufe der letzten vier Jahre sank die Schülerzahl der Realschulen um rund 5,2%, die Anzahl der Planstellen reduzierte sich hingegen um 8%. Die Quote Planstelle je Schüler ging um 3% zurück. Die Eltern der Schüler der Grundschule Groß Kummerfeld berichteten in einem Schreiben an die Ministerin, das auch den bildungspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen zugeleitet wurde, von einem Rückgang der Lehrerstunden um 9,8%, dem ein Rückgang der Schülerzahl um lediglich 3,5% gegenübersteht. Viele weitere Beispiele und Zitate ließen sich hinzufügen. Und die Lage wird sich auch im neuen Schuljahr nicht verbessern. ,,Lehrermangel bei den Kleinsten" ­ so lautete ein Bericht der Lübecker Nachrichten am 14. Juni. Dort wird die Schulleiterin einer Grundschule in Bad Segeberg mit der Aussage zitiert, es fehlten Lehrerstunden für eine komplette Klasse; aufgrund der Personalsituation müssten sämtliche Förderstunden gestrichen werden. Solche und ähnliche Meldungen sind seit langem im Regionalpressespiegel des Landtages immer wieder zu finden. Briefe und Mails von Schulelternbeiräten und von örtlichen Lehrerpersonalräten liegen nicht nur im Postfach der Bildungsministerin, sondern auch in den Fächern der Fraktionen und der Abgeordneten. Die schöne heile Welt der Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave existiert, so muss man feststellen, nur in den Wunschvorstellungen der Landesregierung, mit der Schulwirklichkeit in Schleswig-Holstein hat sie nichts zu tun. Dabei ist noch folgendes anzumerken: Mit Einführung der zentralen Abschlussprüfungen haben die Schülerinnen und Schüler eigentlich einen wohl begründeten Anspruch darauf, dass das, worüber sie eines Tages geprüft werden, vorher auch tatsächlich im Unterricht vermittelt worden ist. Ohne eine solche Unterrichtsgarantie bedeuten Unterrichtsausfall und Stundenfehl, dass es keine fairen Chancen für den gewünschten und gebotenen Bildungserfolg gibt." Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 2