PRESSEDIENST Es gilt das gesprochene Wort! TOP 14 - Ermöglichung von kommunalen Shared-Space-Konzeptionen Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: Fax: Mobil: E-Mail: Internet: 0431 / 988-1503 0431 / 988-1501 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Dazu sagt der verkehrspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Detlef Matthiessen: Nr. 336.08 / 11.09.2008 Den Menschen in den Mittelpunkt der Verkehrsplanung stellen Shared-Space, auf Deutsch gemeinsam genutzter Verkehrsraum, ist ein neuer Ansatz zur Raumplanung und -einrichtung, der in ganz Europa immer mehr Beachtung findet. Shared Space beinhaltet neue Ausgangspunkte für den Gebrauch, den Entwurf und die Unterhaltung unserer Straßen und öffentlichen Räume und hebt die herkömmliche Trennung der verschiedenen räumlichen Funktionen auf. Das entscheidende Merkmal ist, dass Verkehrsschilder, Fußgängerinseln, Ampeln und andere Barrieren nicht mehr nötig sind. In Shared-Space fügen sich AutofahrerInnen rücksichtsvoll ins menschliche Miteinander von FußgängerInnen, RadfahrerInnen und spielenden Kindern ein. Shared-Space bedeutet nämlich auch neue Planungs-, Entwurfs- und Entscheidungsprozesse, als deren Resultat neue Strukturen für die Teilnahme aller beteiligten Parteien, also auch der BürgerInnen entstehen. Shared-Space bietet die Möglichkeit, unsere Strassen sicherer zu machen, gesellschaftliche Trennungen aufzuheben, die Attraktivität unserer Städte und Dörfer zu erhöhen und damit nicht zuletzt unserer Wirtschaft einen Impuls zu geben. 1/2 Shared-Space wurde von Hans Monderman entwickelt und in konkreten Projekten weiter ausgearbeitet. Mit seinem Expertenteam leitete er auch das europäische Projekt Shared-Space, das zurzeit von sieben Partnern durchgeführt wird: die Gemeinden Haren und Emmen, sowie die Provinz Fryslân in den Niederlanden, die Städte Oostende in Belgien, Bohmte in Deutschland, Ejby in Dänemark und Ipswich in England. Das Projekt wird vom europäischen Interreg IIIB North Sea Programme gefördert. Das Hauptanliegen von Shared-Space besteht darin, eine Lösung für eine der vordringlichsten Herausforderungen in unserer heutigen Raumplanung zu finden: den Erhalt und die Verbesserung der räumlichen und sozialen Qualitäten unserer bebauten und unbebauten Umgebung. Das Projekt richtet sich dabei nicht vordringlich auf die Verdrängung des motorisierten Verkehrs, der mit all seinen Vor- und Nachteilen immer ein maßgeblicher Faktor in der Nutzung des öffentlichen Raumes bleiben wird. Anstatt jedoch wie bisher die Einrichtung unserer Städte, Dörfer und Landschaften aus der Perspektive der Verkehrsplanung zu steuern, soll nach Möglichkeiten gesucht werden, den Menschen und die räumlichen Qualitäten als steuernde Parameter einzusetzen. Das internationale Projekt möchte das Fachwissen von Raum- und VerkehrsplanerInnen, SoziologInnen und GeographInnen, ArchitektInnen und LandschaftsarchitektInnen integrieren, um in Zusammenarbeit mit den StraßenbenutzerInnen neue Ansätze zur Verkehrsplanung zu entwickeln und diese in lokalen Projekten auf ihre Tauglichkeit im städtischen und ländlichen Raum zu prüfen. Die Lebensqualität und Sicherheit auf unseren Straßen gilt es zu verbessern, indem wir den Menschen statt des Verkehrssystems in den Mittelpunkt stellen. Wenn Kommunen in Schleswig-Holstein diesen Ansatz an ihren zentralen Orten umsetzen wollen, dann sollten sie auch die Gelegenheit erhalten, das zu tun. Von daher ist die jeweilige Verkehrsaufsicht in die Lage zu versetzen, Maßnahmen wie SharedSpace Konzepten auch zuzustimmen. Konkret geht es um einen Ansatz in Bad Segeberg. Wir wollen damit BürgerInnen intensiv an Planungsprozessen beteiligen und die Projektresultate allen InteressentInnen zugänglich machen. ***