Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion Kiel, 30.04.2009, Nr.: 099/2009 Sandra Redmann und Siegrid Tenor-Alschausky: Verschiedenheit als Stärke - Ökonomische Gleichstellung von Frauen und Män- nern Anlässlich der Anhörung ,,Frauenpolitik" im Sozialausschuss des Landtags erklären die frauen- und gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Sandra Redmann, und die Vorsitzende des Sozialausschusses Siegrid Tenor-Alschausky: Die SPD-Landtagsfraktion hat sich in ihrer Großen Anfrage zur Frauenpolitik in Schleswig- Holstein mit der wirtschaftlichen Situation von Frauen beschäftigt. Frauen erzielen, das ist hin- reichend bekannt, deutlich geringere Einkommen als Männer. Die Ergebnisse zeigen, dass sich ökonomische Ungerechtigkeiten quer durch alle Lebensbereiche von Frauen ziehen. Dies bezieht ausdrücklich den Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum ein, die Voraussetzung für eine Berufstätigkeit vieler Frauen ist. Die eigenständige Existenzsicherung ist der Schlüssel zur Gleichstellung. Die heutige Anhörung, in der Expertinnen und Experten verschiedene Aspekte der wirtschaftli- chen Situation von Frauen darstellten, hat sehr deutlich gezeigt, wie vielschichtig die Gründe und Ursachen für die ökonomische Situation von Frauen sind. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ganz sicher ein wichtiger Aspekt, wenn es um gleichberechtigte Arbeitsbedingun- gen und Einkommen geht. Ebenso steht für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten völlig außer Frage, dass Entgeltgleichheit und gleiche Entwicklungschancen zu den Grundla- gen einer gerechten Gesellschaft gehören. Darüber hinaus spricht viel dafür, dass viele Frauen einfach anders arbeiten wollen als viele Männer. Die ,,typischen Frauenberufe" und ,,typischen Männerberufe" müssen aber gleichwertig sein, gleich bezahlt werden und gleichermaßen angesehen sein. Frauen müssen die Chance haben, in einem Männerberuf Karriere zu machen und umgekehrt. Aber die Entscheidung, als Frau in einem ,,typischen Frauenberuf" zu arbeiten, darf nicht mit geringerem Einkommen sank- tioniert werden. Innovative Erwerbsformen können ein Weg aus der Falle tradierter Rollen im Erwerbsleben sein. Die ökonomische Gleichstellung wird nicht in allen Bereichen mit Gesetzen allein zu erreichen sein. Natürlich brauchen wir ein Gleichstellungsgesetz für die Wirtschaft und eine Regelung für einen Mindestanteil von Frauen in Aufsichtsräten. Wir brauchen eine Steuergesetzgebung, die gleichberechtigte Aufteilung fördert statt sie zu verhindern. Wir brauchen darüber hinaus mehr Wertschätzung der Stärken und Fähigkeiten, die Frauen einbringen. Dabei sind wir in der Poli- tik gefragt und dabei ist insbesondere jede Frau selbst gefragt, wenn es darum geht, sich zu organisieren und sich in eigener Sache stark zu machen. Wir Sozialdemokratinnen werden dranbleiben. Herausgeber: Landeshaus SPD-Landtagsfraktion Postfach 7121, 24171 Kiel Verantwortlich: Tel: 0431/ 988-1305/1307 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Petra Bräutigam Fax: 0431/ 988-1308 Internet: www.spd.ltsh.de