Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion Kiel, 08.05.2009 Landtag aktuell Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn TOP 22, Arbeit der Europaschulen in Schleswig-Holstein (Drucksache 16/2639neu) Astrid Höfs: Europaschulen leisten Beitrag zu Integration und Frieden in Europa Diese Woche können wir zu Recht die Europawoche nennen - eine Fülle von Europathemen wurden in dieser Plenartagung diskutiert. Und es fehlte noch die Bildung. Bildung wird bei der EU-Kommission groß geschrieben. Ohne Bildung keine Chance, ohne Chancen keine gesellschaftliche Teilhabe. Der wirtschaftliche und soziale Wandel fordert von jungen Menschen mehr Kompetenzen als jemals zuvor, damit sie sich in einer globalisierten Wirtschaft und in immer vielfältigeren Gesellschaften behaupten können. Sie benötigen in jedem Falle und nicht nur umfassende Sprachkenntnisse. Es werden ständig neue Herausforderungen an sie gestellt. Kreativität und die Fähigkeit, immer weiter dazu lernen zu können, sind gefragt. Junge Menschen müssen rechtzeitig und umfassend auf die Arbeitswelt Europa aufmerksam gemacht und vorbereitet werden. Ein besonderes Engagement zeigen hier die 30 Europaschulen in Schleswig-Holstein. Ich bin erfreut, dass die Anzahl der Europaschulen ständig gewachsen ist und dass alle Schularten vertreten sind, Grundschulen wie Berufliche Schulen ­ wenngleich auch nicht gleichmäßig verteilt. Offensichtlich ist das Interesse groß, Europaschule zu werden. Das ist gut so und eigentlich müssten heute alle Schulen Europaschulen sein. Dann können wir davon Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de -2- ausgehen, dass der Europagedanke ausgeweitet wird, dass u. a. das Fremdsprachenprofil erweitert wird, dass grenzüberschreitende Projekte mit Schulen in anderen europäischen Ländern vermehrt angeboten bzw. vertieft werden und dass Schulpartnerschaften ausgebaut werden. Partnerschaften eröffnen allen Beteiligten europäische Erfahrungen: Diese Kontakte vermitteln gelebtes Europa, Verständnis für andere Menschen, andere Kulturen und helfen, Vorurteile abzubauen. Dabei sehe ich den SchülerInnenaustausch als genauso wichtig wie den Lehrerkräfteaustausch an. Bei einem Gedankenaustausch der Mitglieder des AK Europa der SPDLandtagsfraktion mit Vertretern der Europaschulen Schleswig-Holstein wurde sehr deutlich, dass gerade die Kontaktmöglichkeiten und Austauschprogramme bei den SchülerInnen sehr gefragt sind. Insgesamt ist die Nachfrage nach Auslandsaufenthalten aber größer als das Angebot. Zum Teil liegt es daran, dass die Antragsverfahren für EU-geförderte Projekte sehr bürokratisch sind und deshalb auch die praktische Umsetzung sehr aufwendig ist. Hierbei mangelt es den Lehrkräften hauptsächlich an Zeit für die speziellen Aufgaben. Die betreffenden Lehrkräfte sollten auch noch besser über mögliche EUFörderprogramme informiert sein, mehr Kontakte zu LehrerInnen in Europa pflegen können, damit diese Informationen vermehrt an die SchülerInenn fließen können. Vielleicht ist es möglich, diese Arbeit durch Ausgleichsstunden oder durch Koordinatorenstellen zu verbessern. An dieser Stelle danke ich dem Ministerium für Bildung, das die Europaschulen fachlich unterstützt, unter anderem auch bei der Beantragung von Mitteln der verschiedenen EU-Förderprogramme. Am liebsten wäre es mir, wenn wir allen SchülerInnen einen Auslandsaufenthalt ermöglichen könnten. Oft scheitert dieser auch an den finanziellen Möglichkeiten der -3- Familien. Deshalb möchte ich hier auch den Verein der Europaschulen lobend erwähnen, der immer wieder fördernd agiert. Für die Berufsbildenden Schulen ist es oft ein Problem, dass Betriebe in Schleswig-Holstein für den Europagedanken nur schwer zugänglich sind. Während es den Schulen gelingt, SchülerInnen für ein Praktikum im europäischen Ausland zu motivieren, ist in den Betrieben noch erhebliche Überzeugungsarbeit zu leisten, damit diese ihren Auszubildenden ein Auslandspraktikum ermöglichen. Von Handwerksbetrieben weiß ich, dass diese Auslandspraktika nicht nur den Auszubildenden zugute kommen, sondern dass auch der heimatliche Betrieb nach der Rückkehr davon profitiert. Speziell an der Deutsch-Dänischen Grenze nehmen die SchülerInnen die Möglichkeiten des dänischen Arbeitsmarktes wahr, nehmen mit Begeisterung an Projekten und Praktika teil. Das gemeinsame Lernen junger Menschen aus verschiedenen Ländern ist ein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in Europa. Und gerade unsere Kinder sind doch die besten Botschafter, um das weitere Zusammenwachsen unseres Europa zu ermöglichen und voranzutreiben. Wir dürfen deshalb in unseren Bemühungen nicht nachlassen, den europäischen Gedanken so früh wie möglich an Kinder und Jugendliche heranzutragen. Der Europaausschuss hat sich deshalb wiederholt in Europaschulen informiert und was ich noch wichtiger finde: Die Ausschussmitglieder haben während gemeinsamer Veranstaltungen mit den SchülerInnen über Europapolitik und die Möglichkeiten für junge Menschen in der EU diskutiert. Dafür danke ich meinen Ausschussmitgliedern aller Fraktionen, die sich daran beteiligt und sich den Fragen der SchülerInnen gestellt haben. -4- Wir ­ die EuropapolitikerInnen - nehmen gerne die Gelegenheit wahr, an Projekttagen oder in der Europawoche mit SchülerInnen über Europathemen ins Gespräch zu kommen, denn jeder einzelne Schüler, jede einzelne Schülerin und jede Lehrkraft in Europaschulen leistet einen Beitrag zur Integration und zum Frieden in Europa. Und dafür spreche ich ihnen unsere Anerkennung aus.