Bildleiste
Der Landtag Schleswig Holstein
 
 
SH-Landtag 
Presseticker 
[alle Meld.
[Archiv
[akt. Jahr
[Abo
[Suche
Abos 
Login 
ParlaTV 
Termine 
Suche 
ParlaNet 

 

Presseticker > alle > 2009 > Dezember > 16 > 11:26

Rasmus Andresen zum Europäischen Jahr gegen Armut

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

Presseinformation


Es gilt das gesprochene Wort!                                   Landtagsfraktion
                                                                Schleswig-Holstein
TOP 14 ­ Europäisches Jahr gegen Armut                          Pressesprecherin
und soziale Ausgrenzung                                         Claudia Jacob
                                                                Landeshaus
Dazu sagt der Sprecher für soziale Gerechtigkeit                Düsternbrooker Weg 70
                                                                24105 Kiel
der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen,
                                                                Telefon: 0431 / 988 - 1503
Rasmus Andresen:                                                Fax: 0431 / 988 - 1501
                                                                Mobil: 0172 / 541 83 53
                                                                presse@gruene.ltsh.de
                                                                www.sh.gruene-fraktion.de

                                                                Nr. 577.09 / 16.12.2009
Das Armutsthema darf nicht
im Parteiengezänk untergehen

,,Wohlfahrt kann erdrücken", ,,Hartz 4 EmpfängerInnen geht es zu gut" und ,,Armut ist in
Deutschland ein Randproblem" ­ Angesichts der Tatsache, dass Armut in Deutschland
für viele Menschen Alltag ist und dass jedes siebte Kind in Schleswig-Holstein in Armut
lebt, kann einem von den eben genannten Aussagen schwarz-gelber PolitikerInnen
schlecht werden.

Armut in einem Industrieland wie Deutschland ist ein Skandal und muss mit allen Mit-
teln bekämpft werden. Armut ist nicht für alle sichtbar. Armut ist ein Tabuthema in unse-
rer Gesellschaft. Armut steht als Zeichen für Perspektivlosigkeit und für sehr viele für
etwas, wofür man sich schämen muss.

Aus Sicht der steigenden Anzahl an Betroffenen ist dieses Verhalten verständlich. Wer
gibt schon gerne zu, Schulden zu haben oder seinem Kind nicht die Klassenfahrt, ge-
sundes Essen oder vernünftige Kleidung zahlen zu können?

Um die Öffentlichkeit für den Umgang mit Armut zu sensibilisieren und um die Bekämp-
fung und das Wissen über Armut in der Bevölkerung breit zu verankern kann das EU-
Projekt ,,Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" wertvoll sein. Die EU-Initiative ist
vor allem eine Kommunikationskampagne. Eine Kommunikationskampagne, die längst
überfällig ist.

Diese Kampagne bietet die Chance, breite gesellschaftliche Bündnisse gegen Armut zu
initiieren. Beispielsweise könnten Schulprojekte geeignet sein, junge Leute gegenüber
Armut zu sensibilisieren.
                                                                                 Seite 1 von 2

Den Vorschlag der Bundesregierung und der EU, Daten über Armut zu erheben, halten
wir für richtig. Bereits in der vergangenen Legislatur haben wir den Antrag eingebracht,
einen Landesarmutsbericht zu entwickeln. Leider war eine Mehrheit im Haus dazu nicht
bereit. Erfahrungen, beispielsweise aus meiner Heimatstadt Flensburg zeigen aber,
dass der vor Ort entwickelte Sozialatlas ein geeignetes Instrument sein kann.

Aber nur zu reden und Daten zu erheben hilft auch nicht. Der von uns als Grüne Frakti-
on vorgelegte und danach einstimmig beschlossene Antrag ,,Gemeinsam gegen Kin-
derarmut" und die darin festgelegte Unterstützung für unterschiedliche Beratungs- und
Hilfsangebote muss auch in der neuen Legislatur gelten.

Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Bekämpfung von Kinderarmut
in die Landesverfassung geschrieben wird. Dass diese Volksinitiative die notwendigen
Quoren erreicht hat, freut uns sehr. Wir fordern die noch zweifelnden Fraktionen auf,
gerade im Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung ein starkes Signal
zu setzen und die Initiative von über 30.000 Schleswig-HolsteinerInnen mit ihren Stim-
men im Landtag zu unterstützen.

Ohne eine grundsätzlich andere Bildungspolitik, unserer klaren Forderung nach einer
Kindergrundsicherung und dem Mindestlohn werden wir die Armutsprobleme in diesem
Land nicht lösen. Wir werden nicht müde, dies immer wieder zu fordern. Es gibt deutli-
che Unterschiede zwischen dem Antrag der regierungstragenden Fraktionen und dem
der Opposition.

Die Vorteile des Oppositionsantrags sind wie folgt:

1. fordern wir einen konkreten Zwischenbericht, wie aber auch einen Abschlussbericht.
Ein Abschlussbericht, der das Projekt evaluiert. Dies ist übrigens im Einklang mit der
nationalen Umsetzungsstrategie und dem Konzept der EU-Kommission.

2. Wollen wir in einem Beirat sicherstellen, dass betroffene Verbände ihre Erfahrungen
einbringen können.

Der Oppositionsantrag ist besser und konkreter. Ohne die Initiative der Linken hätten
Sie, sehr geehrte Landesregierung, nicht reagiert. Sozial blinken ­ rechts abbiegen.
Dies scheint das Motto ihrer Amtszeit zu werden. Und dies spiegelt sich in ihrem Wi-
schi-Waschi-Antrag wieder.

Allerdings ist dieses Thema zu wichtig, als dass es im Parteiengezänk untergehen darf.
Ich wünsche mir für die kommende Legislaturperiode, dass wir fraktionsübergreifend
die Bekämpfung von Armut, auch über 2010 hinaus, als gemeinsames Schwerpunkt-
thema sehen.

                                          ***


                                                                                           2
  • Twitter
  • Facebook
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg