ist das Original der Pressemitteilung
Weitere Formate:
,
und
Jannine Menger-Hamilton
Pressesprecherin
Presseinformation DIE LINKE. Fraktion im Schles-
wig-Holsteinischen Landtag
Kiel, 17. Dez. 2009 Düsternbrooker Weg 70
24105 Kiel
Telefon 0431 / 9 88 16 02
Es gilt das gesprochene Wort. jannine.menger-
hamilton@linke.ltsh.de
Antje Jansen zum TOP 24, Qualifizierungsoffensive und Umsetzungsstand des ,,10-Prozent-
Ziels"
,,Sehr geehrter Präsident, meine Damen und Herren,
vor 14 Monaten wurde in Dresden auf einem so genannten Bildungsgipfel versprochen, dass bis 2015 zehn
Prozent des Bruttoinlandproduktes für Bildung und Forschung ausgegeben werden.
Heute ist klar: Mehr als leere Versprechungen sind von der herrschenden Politik nicht zu erwarten. Statt
dringend notwendige reale Mehrausgaben zu tätigen, wird mit Taschenspielertricks gearbeitet.
10 Milliarden Euro werden zum Beispiel als Unterbringungskosten für KiTas, Schulen und Hochschulen
veranschlagt und als Bildungsausgaben gewertet. Diese Gebäude gehören meist eh schon der öffentlichen
Hand und sind längst abgeschrieben.
Auch 4,8 Milliarden Euro an Beamtenpensionen werden plötzlich als Bildungsausgaben gewertet. So ver-
spielt der Staat das Vertrauen von Millionen junger Menschen in die Politik. Versprechen werden wertlos.
Auch in Schleswig-Holstein wird trotz des hehren Zieles nicht vom Kurs, Bildung kaputtzusparen, abgewi-
chen. Die Landesregierung ist noch nicht einmal bereit zuzusichern, dass der Bildungsetat nicht gekürzt
wird.
DIE LINKE wird sich im Landtag und darüber hinaus dafür einsetzen, dass der Bildungsetat nicht nur nicht
gekürzt wird, sondern ansteigt.
DIE LINKE will, dass mehr Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden, damit nicht mehr als 20 Lernende in
einer Klasse sitzen müssen.
DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, dass sozialpädagogische Betreuung an Schulen ausgebaut wird.
DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, dass die KiTa- Schul- und Hochschulgebäude saniert werden, damit
Schülerinnen und Schüler ein angenehmes Lernumfeld bekommen.
Dies alles kostet Geld. Dem Bildungssystem dieses Geld vorzuenthalten, wird allerdings um einiges teurer
werden.
Der vorliegende Antrag genügt unseren Ansprüchen nicht. Wer Bildungsinvestitionen ,,unter Berücksichti-
gung der finanziellen Situation der öffentlichen Haushalte" tätigen will, kommt nicht umhin zu sagen, wie
Geld in die öffentlichen Kassen kommen soll. Gerade werden wieder einmal die öffentlichen Kassen geplün-
dert und hinterher wird gejammert, es sei kein Geld da.
Es ist grotesk, wenn die gleichen Politikerinnen und Politiker, die für eine Schuldenbremse oder für das so
genannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz stimmen, hinterher behaupten, für Bildung sei nun leider kein
Geld mehr vorhanden."