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Presseticker > alle > 2009 > Dezember > 17 > 18:06

Marret Bohn zur Entwicklung der Schweinegrippe in SH

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

Presseinformation


                                                               Landtagsfraktion
                                                               Schleswig-Holstein
Es gilt das gesprochene Wort                                   Pressesprecherin
                                                               Claudia Jacob
TOP 27 ­ Aktuelle Entwicklung der H1N1-Grippe in S-H           Landeshaus
                                                               Düsternbrooker Weg 70
                                                               24105 Kiel
Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin
                                                               Telefon: 0431 / 988 - 1503
der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen,
                                                               Fax: 0431 / 988 - 1501
Marret Bohn:                                                   Mobil: 0172 / 541 83 53

                                                               presse@gruene.ltsh.de
                                                               www.sh.gruene-fraktion.de

                                                               Nr. XXX.09 / 17.12.2009


Neue Grippe ­ viele Fragen offen
Das Influenzavirus-Subtyp A/California/7/2009 H1N1 beschäftigt uns seit seiner Entde-
ckung im April 2009. Ende April warnte die Weltgesundheitsbehörde WHO vor einer
weltweiten Verbreitung, vor einer Pandemie. Anfang Juni 2009 wurde die Warnung auf
die höchste Alarmstufe ­ Phase 6 ­ hoch gestufft. Ein anderer H1N1-Subtyp verursach-
te die Influenza-Pandemie 1919/20, die so genannte Spanische Grippe, mit 50 Millionen
Todesopfern. Das ist die Erklärung für die Ängste, die im Zusammenhang mit der Neu-
en Grippe H1N1 aufgetreten sind. Typisch für eine Influenza-Pandemie ist der Anstieg
der so genannten ARE, der akuten respiratorischen Erkrankungen.

Die aktuelle Strategie zur Bekämpfung der Neuen Influenza setzt auf Impfungen und ei-
ne frühzeitige Behandlung der Erkrankten. In Einklang mit den Empfehlungen der
STIKO, der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes, stehen verschiede
Impfstoffe stehen zur Verfügung. Bisher ist die Akzeptanz der Impfkampagne in
Schleswig-Holstein jedoch recht gering. Das hängt sicherlich auch mit dem bislang ver-
gleichsweise milden Verlauf der Pandemie zusammen. Da Pandemien dieser Art jedoch
in der Regel in Wellen verlaufen, sollten wir den Tag nicht vor dem Abend loben. Denn
es bleiben viele Fragen offen.

Meiner Fraktion liegen Informationen darüber vor, dass VertreterInnen aller namhaften
Impfstoffhersteller mit am Tisch saßen, als die Weltgesundheitsorganisation Stufe 6 des
Pandemieplanes ausrief. Nicht nur das. In diesem Zusammenhang soll die gültige Defi-
nition der Pandemie geändert worden sein. Bis zu diesem Zeitpunkt galt die Regel,
dass bei der akuten Erkrankungswelle durch das Virus eine weltweite Verbreitung und
große Gefährlichkeit vorliegen muss. Dieses Mal wurde das zweite Kriterium einfach

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weggelassen.

Warum war das so? Es gibt noch weitere Fragen, die im Raum stehen: Stimmt es, dass
die Landesregierungen bei der Bestellung der Impfstoffe zeitlich unter Druck gesetzt
worden sind? Warum ist die Akzeptanz der Impfung so gering? Was tut die Landesre-
gierung hier gegen? Warum ist entgegen anfänglicher Aussagen doch keine zweite
Impfung erforderlich? Was geschieht mit dem überzähligen Impfstoff in Schleswig-
Holstein? Neuraminidase-Hemmer sind die einzigen Medikamente, die gezielt gegen In-
fluenza wirken. Wie sieht die Versorgung mit diesen Medikamenten aus? Es gibt Fälle,
in denen gegen diese Medikamente Resistenzen entstehen. Ist diese Tatsache berück-
sichtigt worden?

Wie Sie sehen, gibt es zur Neuen Influenza A H1N1 viele Fragen. In der letzten Land-
tagssitzung habe ich daher im Namen meiner Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen
Antrag auf Berichterstattung und Evaluation des Pandemie-Verlaufes für Anfang des
Jahres 2010 gestellt. Wir sind allerdings an einem Zwischenstand sehr interessiert.
Deswegen unterstützen wir den Antrag der SPD-Fraktion.

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