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Presseticker > alle > 2009 > Dezember > 18 > 13:09

Anke Erdmann zur Änderung des Schulgesetzes

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

Presseinformation


Es gilt das gesprochene Wort!                                  Landtagsfraktion
                                                               Schleswig-Holstein
TOP 6 ­ Änderung des Schulgesetzes                             Pressesprecherin
                                                               Claudia Jacob
                                                               Landeshaus
Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin                    Düsternbrooker Weg 70
                                                               24105 Kiel
der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen,
                                                               Telefon: 0431 / 988 - 1503
Anke Erdmann:                                                  Fax: 0431 / 988 - 1501
                                                               Mobil: 0172 / 541 83 53
                                                               presse@gruene.ltsh.de
                                                               www.sh.gruene-fraktion.de

                                                               Nr. 590.09 / 18.12.2009


Vorne ist die andere Richtung, Herr Klug!

Herr Präsident, meine Damen und Herren,

Wir reden hier über zwei Anträge zu zwei Themen: Die Initiative, SchülerInnen auf dem
Weg zum Turbo-Abi zu entlasten, ist richtig. Alle Fraktionen sehen den Überarbei-
tungsbedarf und das lässt auf eine konstruktive, lösungsorientierte und kreative Debat-
te im Ausschuss hoffen.

Für uns Grüne sind folgende Punkte wichtig: Wir brauchen eine Reform von Turbo-Abi
und Profiloberstufe. Für die Jugendlichen muss die Arbeitsbelastung sinken und die
Wahlfreiheit steigen ­ nicht nur, was die Länge der Schulzeit bis zum Abi anbelangt.
Auf jeden Fall setzen wir auf eine intensive Beteiligung von SchülerInnen, KollegInnen
und Eltern.

Der Vorschlag der FDP zum Nebeneinander von G8 und G9 ist sicher nur eine grobe
Ideenskizze ­ auf einen Bierdeckel passt die Lösung jedenfalls nicht. Sie entwickeln ei-
nen klaren Hang zur unklaren Linie, Herr Klug.

Erfreulich ist der Sinneswandel der SPD, schade, dass Ihnen das erst in der Opposition
auffällt. G8 ist schlecht gemacht, Genosse Blitzmerk.




Ich zitiere aus der Plenarsitzung vom 28.Mai 2008:
,,Es gibt keinen Anlass, panisch zu handeln. (...), wir werden den ersten G8-
                                                                                Seite 1 von 2

Abiturjahrgang im Jahr 2016 haben. Dann können die Abgeordneten der 18. Wahlperi-
ode (...) über den ersten Durchlauf eines G8-Jahrganges Bilanz ziehen."

2016. Ist ja eigentlich noch ein bisschen hin, Herr Höppner.

Sie begründen den Wandel so, dass nun deutlich würde, wie stark die Belastung ist. Ich
zitiere Sie gerne nochmal:
,,Einschnitte im Freizeitverhalten sind zwar nicht vermeidbar, aber auch nicht als Übel
zu bewerten." Die SchülerInnen sollten sich nicht beschweren, andere Altersgenossen
wären schließlich auch nicht um dreizehn Uhr zu Hause.

Sie wussten was Sie taten! Wenn sich die SPD jetzt an die Speerspitze der Bewegung
stellen wollen, dann glaubt das doch keiner mehr. Bis Juli haben Sie die Bildungsminis-
terin gestellt.

Wir stimmen wir Ihnen in der Sache zu - wundern tun wir uns dennoch.

Nun zum Vorhaben der Regierungsfraktionen: Minister Klug schwebt vor, die Umset-
zungsfrist für die Schulumwandlungen zu verlängern. Das ist die Hintertür für den Erhalt
der Realschulen. Mit Verve auf das bildungspolitische Abstellgleis!

In den anderen Bundesländern gibt es entweder ein zwei­ oder ein dreigliedriges Sys-
tem. Nur in Schleswig-Holstein entsteht ein buntes Kuddelmuddel: Regionalschulen
neben Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Das kapiert niemand
mehr, außer ein paar SchulpolitikerInnen und MinisterialbeamtInnen.

Vorne ist die andere Richtung Minister Klug!

Eine Bemerkung zum Schluss: Auch Sie, Herr Minister, verwenden die Argumente wie
Sie Ihnen gerade passen. Hier greifen Sie in ein fasst abgeschlossenes Verfahren mit
vielen Beteiligten ein. Bei den gebundenen Ganztagsschulen schlagen Sie die War-
nungen von Schulen und KommunalvertreterInnen ­ auch aus den eigenen Reihen ­ in
den Wind! Mit welchem Argument? Sie könnten nicht in ein laufendes Verfahren ein-
greifen.

Das können Sie schon, wie Sie beim Schulgesetz zeigen. An der anderen Stelle hat Ih-
re Verwaltung Sie bloß schon gut im Griff. Stimmig ist das alles nicht.
Fröhliche Weihnachten!


                                          ***




                                                                                           2
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