Bildleiste
Der Landtag Schleswig Holstein
 
 
SH-Landtag 
Presseticker 
[alle Meld.
[Archiv
[akt. Jahr
[Abo
[Suche
Abos 
Login 
ParlaTV 
Termine 
Suche 
ParlaNet 

 

Presseticker > alle > 2009 > Dezember > 18 > 15:07

Carsten-Peter Brodersen: Kein staatlich verordnetes Apfelessen, sondern Unterstützung für Engagement vor Ort!

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein                                                                                     1




Presseinformation
                                                                                             Wolfgang Kubicki, MdL
                                                                                             Vorsitzender
                                                                                             Katharina Loedige, MdL
                                                                                             Stellvertretende Vorsitzende
Nr. 361/2009                                                                                 Günther Hildebrand, MdL
                                                                                             Parlamentarischer Geschäftsführer
Kiel, Freitag, 18. Dezember 2009

Sperrfrist: Redebeginn




                                                                                                         www.fdp-sh.de
Es gilt das gesprochene Wort!

EU-Schulobstprogramm:

Carsten-Peter Brodersen: Kein staatlich verordnetes
Apfelessen, sondern Unterstützung für Engagement
vor Ort!

In seiner Rede zu TOP 19 sagte der FDP-Landtagsabgeordnete, Carsten-
Peter Brodersen:

,,Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht - der Antrag der Grünen
zum EU-Schulobstprogramm belegt das wieder einmal eindrucksvoll:

Es ist ohne Frage gut gemeint, wenn die Grünen nach einer Möglichkeit
suchen, die gesunde Ernährung von Schülerinnen und Schülern zu
unterstützen. Dieses Ziel unterstützen wir alle. Nur eignet sich das EU-
Schulobstprogramm für Schleswig-Holstein nicht als eine solche
Möglichkeit.

Das hat ohne Frage etwas mit den geringen finanziellen Möglichkeiten des
Landes zu tun. Das hat aber vor allem damit etwas zu tun, dass wir ein
staatlich verordnetes Obst-Essen ablehnen und dass wir den immensen
bürokratischen Aufwand, der damit verbunden ist, ebenfalls ablehnen.

Leider haben die Grünen diese Gesichtspunkte nicht berücksichtigt. Sie
scheinen weder die praktische Umsetzung des EU-Schulobstprogramms
hinterfragt zu haben noch die Gegenleistung. Oder wissen Sie, wie viele
Schüler für immerhin 400.000 Euro Landesmittel Obst erhalten sollen? Da
nützt es wenig, dass sie sich wenigstens zurückgehalten haben, ihren
Antrag auf ökologisch angebautes Obst und Gemüse zu beschränken,
sondern auch dem konventionellen Anbau eine Chance geben. Mir ist das
durchaus positiv aufgefallen.


Frank Zabel, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497,
E-Mail: info@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

                                                                                             2
Es macht den Antrag gleichwohl nicht besser! Im Gegenteil: Soweit die
Grünen über das EU-Schulobstprogramm auch die gezielte Förderung
regionaler Absatzmöglichkeiten für landwirtschaftliche Produkte im Auge
haben, folgt das nicht der Schwerpunktsetzung des Programms. Eine
versteckte Subventionierung für regionale landwirtschaftliche Produkte
sieht das Programm nicht vor.

Bleiben wir also bei der gesunden Ernährung. Auch unter dieser Prämisse
ist der Antrag schlichtweg nicht nutzbringend umsetzbar.

Tatsächlich verursacht das EU-Schulobstprogramm einen derart hohen
bürokratischen Aufwand,und das nicht nur beim Land, sondern auch bei
Schulträgern und den Schulen. Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis
zum Nutzen. Nicht ohne Grund beteiligen sich nur wenige Bundesländer
an dem Programm. Zum Beispiel bedarf die Auszahlung der EU-Mittel
eine vorherige Zulassung der jeweiligen Antragsteller. Und bei den
eigentlichen Antrags-, Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren müssen
zahlreiche Einzelvorschriften beachtet werden, die zudem noch in
zusätzliche Richtlinien und Verordnungen geregelt werden müssen.

Es ist weiterhin irreführend anzunehmen, dass durch das
Schulobstprogramm allen Schülern täglich ein Obst- und Gemüseangebot
gemacht werden könnte. Das unterstellt zwar der große Name des
Programms. Der Anteil der begünstigten Kinder ist aber tatsächlich ganz
klein. Denn trotz der hohen Gesamtsumme würden das Geld nur reichen,
ausschließlich an Kinder in den Grundschulen Obst zu verteilen und auch
das nur 2 bis 3 mal die Woche! Das ist fast noch weniger als der berühmte
Tropfen auf den heißen Stein. Wobei ich bezweifele, dass dieser Stein
wirklich ,,heiß" ist, sprich die Kinder das angebotene Obst auch mit
,,Heißhunger" essen würden. Oder schmeckt ein Apfel besser, nur weil er
umsonst ist und in der Schule gegessen werden soll? Wir lehnen den
Antrag der Grünen daher ab. Stattdessen wollen wir bestehende Projekte
weiterentwickeln und private Initiativen unterstützen; die Möglichkeiten
sind groß: Das fängt beim Projekt ,,Kein Kind ohne Mahlzeit" an, auch die
Kommunen könnten ihre Streuobstwiesen zur Verfügung stellen, Schulen
Schulgärten einrichten und nutzen nach dem Motto: Selbst gepflanzt,
selbst gepflegt, selbst gerntet.

Auch viele private Vereine bieten bereits Möglichkeiten den Anbau, die
Ernte und den Genuß von heimischem Obst und Gemüse im wahrsten
Sinne des Wortes ,,zu begreifen".

Gesunde Ernährung der Kinder ist ein wichtiges Thema. Übergewichtigkeit
gepaart mit Vitaminmangel und Bewegungsarmut sind leider
allgegenwärtige Probleme, denen wir uns stellen müssen. Dazu brauchen
wir kein staatlich verordnetes Apfelessen, sondern ganz, ganz viel
Informationen in den Schulen, private Initiativen, sowie die Unterstützung
der Lehrer und auch der Eltern. Nur mit verstärktem Engagement vor Ort
können und werden wir erfolgreiche Lösungen finden.



Frank Zabel, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497,
E-Mail: info@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

                                                                                             3
Wir lehnen den Antrag der Grünen-Fraktion daher ab. Gleichzeitig bieten
wir Ihnen aber die Möglichkeit unserem Änderungsantrag zu folgen, zum
Wohle unserer Schülerinnen und Schüler."




Frank Zabel, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497,
E-Mail: info@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/
  • Twitter
  • Facebook
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg