Bildleiste
Der Landtag Schleswig Holstein
 
 
SH-Landtag 
Presseticker 
[alle Meld.
[Archiv
[akt. Jahr
[Abo
[Suche
Abos 
Login 
ParlaTV 
Termine 
Suche 
ParlaNet 

 

Presseticker > alle > 2009 > Dezember > 29 > 14:56

Bürgerbeauftragte legt eine erste Bilanz vor: Zahl der Eingaben im sozialen Bereich 2009 wieder auf hohem Niveau

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

185/2009                                                        Kiel, 29. Dezember 2009




Bürgerbeauftragte legt eine erste Bilanz vor: Zahl der Ein-
gaben im sozialen Bereich 2009 wieder auf hohem Niveau


Kiel (SHL) ­ Auf ein arbeitsintensives Jahr 2009 blickt die Bürgerbeauftragte für soziale An-
gelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein, Birgit Wille-Handels, zurück. Der bevorste-
hende Jahreswechsel bietet Anlass, eine erste Bilanz für 2009 zu ziehen und einen Ausblick
auf 2010 zu werfen.


Eines steht am Ende dieses Jahres bereits fest: Die Zahl der Eingaben ist im Unterschied zu
den Jahren davor zwar erstmals nicht weiter angestiegen. Aber sie verharrt weiterhin auf
hohem Niveau. Zum Vergleich: Im Vorjahr 2008 wurden beim Büro der Bürgerbeauftragten
3.667 Eingaben (davon 1.434 zum Bereich Hartz IV) eingereicht.
Herausragender Schwerpunkt waren 2009 erneut die Eingaben zum Bereich der Grundsi-
cherung für Arbeitsuchende (Hartz IV). Das Themenspektrum der Beschwerden war groß:
Es ging um unverständliche Bescheide, fragwürdige Rückforderungen, ausbleibende Zah-
lungen, verweigerte Übernahmen der Miet-, Heiz- und Nebenkosten, unfreundliche und ver-
ständnislose Mitarbeiter, unzureichende Förderungen, zu lange Bearbeitungsdauern sowie
die Höhe der Regelleistungen.


Beratung von Arbeitssuchenden ­ Kritik an schlechten Rahmenbedingungen
,,Dieses Ergebnis wird niemanden überraschen, denn die wesentlichen Rahmen-
bedingungen haben sich nicht verbessert", stellt die schleswig-holsteinische Bürgerbeauf-
tragte fest. ,,Wegen der in unverantwortlicher Weise vom Bundesgesetzgeber verzögerten
Entscheidung zur Neuorganisation der Arbeitsgemeinschaften ist die Mitarbeitersituation bei
den Trägern aufgrund der zahlreichen Befristungen immer noch völlig unbefriedigend. Es
fehlt weiterhin an einer leistungsstarken EDV. Verständliche Bescheide sowie gut qualifizier-
te Mitarbeiter bleiben reines Wunschdenken", kritisiert Wille-Handels. Festzustellen sei auch,


      Schleswig-Holsteinischer Landtag, Postfach 7121, 24171 Kiel      V.i.S.d.P. Annette Wiese-Krukowska
awk@landtag.ltsh.de, Tel. 0431 988-1116 oder 0160 96345209; Fax -1119;        www.sh-landtag.de  Presseticker

                                                 2


dass eine individuelle und passgenaue Förderung, die sich nach der besonderen Situation
des jeweiligen Hilfebedürftigen richte, oft nicht erfolgt.
,,Erschreckend ist, dass sich die Situation durch die vom Gesetzgeber angestrebte getrennte
Aufgabenwahrnehmung im Jahr 2010 noch verschlechtern wird. Denn: Die Träger werden
sich bei steigenden Arbeitslosenzahlen mehr mit ihrer Neuorganisation beschäftigen und
weniger damit, Arbeitslose in Lohn und Brot zu bringen", so die Befürchtung der Bürgerbe-
auftragten.


Bürgerbeauftragte mahnt landesweite Einrichtung von Pflegestützpunkten an
Auch bei der Pflegeberatung herrscht in Schleswig-Holstein ein gewisser Stillstand zu Lasten
der Bürgerinnen und Bürger. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können sich auch Ende
2009 noch immer nicht landesweit in sog. Pflegestützpunkten beraten lassen. Nur in den vier
kreisfreien Städten Flensburg, Kiel, Lübeck und Neumünster sowie in den Kreisen Dithmar-
schen, Segeberg, Pinneberg und Herzogtum-Lauenburg wurden die bisherigen Pflegebera-
tungsstellen in Pflegestützpunkte umgewandelt. In den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-
Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Steinburg, Plön, Ostholstein und Storman haben es Hil-
fesuchende hingegen schwer, kompetente Beratung zu erhalten. Immerhin haben Nordfries-
land und Plön Beschlüsse über die Einrichtung von Pflegestützpunkten gefasst. Die Bürger-
beauftragte fordert daher die übrigen Kreise auf, bis Ende 2010 endlich Pflegestützpunkte
einzurichten.


KiTa-Beiträge: Familien mit geringem Einkommen entlasten, einheitliche Sozialstaffel
schaffen
Die Bürgerbeauftragte begrüßt, dass der Schleswig-Holsteinische Landtag ihre Anregung zur
Änderung des Kindertagesstätten-Gesetzes aufgenommen hat. Demnach sollen wieder die
vollen Regelsätze der Sozialhilfe bei der Bemessung von Einkommensgrenzen zu Grunde
gelegt werden. Mit dem im September 2009 gefassten Beschluss fordert der Landtag die
Regierung auf, mit den Kreisen und kreisfreien Städten darüber Einvernehmen darüber zu
erzielen. Dazu Wille-Handels: ,,Jetzt besteht die Chance, dass Familien mit Einkünften un-
terhalb der Sozialhilfegrenze sich bald nicht mehr an den Kindergartenkosten beteiligen
müssen. Nach der aktuellen Regelung ist das noch möglich."
Der Landtag hat außerdem gefordert, spätestens mit Beginn des Kindergartenjahres
2010/2011 eine landeseinheitliche Sozialstaffelregelung für Kindertageseinrichtungen einzu-
führen. Darüber freut sich die Bürgerbeauftragte, denn der Flickenteppich der unterschiedli-
chen Regelungen könne so endlich beseitigt werden.
  • Twitter
  • Facebook
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg