Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion Kiel, 26.02.2010 Landtag aktuell Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn TOP 45, Sicherung des Landestheaters Schleswig-Holstein (Drucksache 17/280 und 17/304) Hans Müller: Klares Signal zugunsten des Landestheaters aussenden! Es ist das unstrittige Ziel aller Fraktionen, dass alle Bürgerinnen und Bürger unseres Flächenlandes Zugang zu möglichst vielen kulturellen Angeboten haben, ohne dass sie durch unüberwindbare wirtschaftliche oder räumliche Grenzen darin gehindert werden. Für die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner stehen vier Theaterstandorte zur Verfügung: Kiel, Lübeck, das Landestheater und Hamburg. Während die Menschen im südlichen Landesteil also zwei oder sogar drei Theaterstandorte in erreichbarer Nähe haben, ist dieses Angebot für den nördlichen Landesteil von der Zukunft des Landestheaters abhängig. Gegenüber der Spielzeit 1996/97 ist die Zahl der Besucher der Aufführungen des Landestheaters bis zur Spielzeit 2008/09 um 32 % rückläufig. Das Landestheater steht damit nicht allein; auch Lübeck hatte gegenüber 1996/97 erhebliche Besucherrückgänge zu verkraften, während Kiel noch deutliche Zuwächse verbuchte. Das ist kein unaufhaltsamer Prozess, gerade die Erfahrung in Lübeck hat gezeigt, dass mit besonderen Anstrengungen die Besucherzahlen wieder nach oben gebracht werden können. Es ist bundesweit auch nichts Ungewöhnliches, dass jede einzelne Eintrittskarte hohe öffentliche Subventionen in Anspruch nimmt. Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de -2- Die seit 2007 bestehende Deckelung der Theatermittel aus dem kommunalen Finanzausgleich auf 36,7 Mio. ist nicht auskömmlich. Und wenn wir heute über mögliche Lösungen für das Landestheater reden, müssen wir uns immer vergegenwärtigen, dass vergleichbare Schwierigkeiten in absehbarer Zeit auch auf das Theater Lübeck und mittelfristig auf das Theater in Kiel zukommen werden. Es hat in den vergangenen Wochen eine sehr große Zahl von Gesprächen gegeben, die die einzelnen Fraktionen, aber auch die Kulturpolitiker des Bildungsausschusses, geführt haben; ich bedanke mich in diesem Zusammenhang bei der Vorsitzenden des Bildungsausschusses, der Frau Kollegin Herold, dafür, dass sie einige dieser Gespräche organisiert und moderiert hat. Die Leitung des Landestheaters mit dem amtierenden und dem künftigen Intendanten hat ein Finanzierungskonzept vorgelegt. Seine Elemente sind die Aufstockung der Gesellschafterzuschüsse, um frühere Kürzungen durch Flensburg zu kompensieren, ein Wiedereinstieg in die Dynamisierung des Anteils aus dem kommunalen Finanzausgleich und der Gesellschafteranteile sowie ein weiterer Haustarif. Die dabei eingerechneten neuerlichen Zumutungen für das Personal sind aus meiner Sicht, wenn überhaupt, nur zu rechtfertigen, wenn diese große Vorleistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend belohnt wird. Wir wollen Spartenschließungen möglichst vermeiden, nicht nur, weil sie das Angebot und damit die Attraktivität des Landestheaters schmälern würden. Sie würden nichts anderes bedeuten, als dass diejenigen, die bereits in den letzten drei Jahren auf Einkommen verzichtet haben in der Erwartung, dadurch zur Stabilisierung des Landestheaters und damit ihrer Arbeitsplätze beizutragen, für diesen Verzicht nun mit der Entlassung belohnt würden. -3- SPD, GRÜNE und SSW legen Ihnen deshalb einen Antrag vor, der die Landesregierung darin bestärkt, Verhandlungen mit den kommunalen Landesverbänden über eine der Säulen des Theaterkonzepts, nämlich die Wiedereinführung der Dynamisierung, zu verhandeln. Diese Dynamisierung soll zunächst auf drei Jahre begrenzt werden und dem Landestheater Gelegenheit geben, organisatorische Einsparungen zu prüfen und zu realisieren. In die Debatte um Struktur und Organisation will ich mich nicht einmischen, erst recht nicht in künstlerische Belange. Das ist die ureigenste Aufgabe des Theaters und der sie tragenden Institutionen. Aus Lübeck gibt es seit der vergangenen Woche einen neuen Diskussionsvorschlag zur Theaterfinanzierung im Land, der Aufmerksamkeit verdient. Der Landtag muss heute ein klares Signal zugunsten des Landestheaters aussenden! Ich bitte Sie deshalb um Zustimmung zu unserem Antrag.