ist das Original der Pressemitteilung
Weitere Formate:
,
und
Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion
Kiel, 03.03.2010, Nr.: 076/2010
Birte Pauls:
Wert der Pflege auch materiell anerkennen!
Zum Scheitern der Verhandlungen über einen Mindestlohn in der Pflegebranche er-
klärt die pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls:
Das Scheitern der Verhandlungen macht leider deutlich, welchen Stellenwert die Pfle-
geberufe in unserer Gesellschaft haben: einen zu geringen! Dass man überhaupt über
einen Mindestlohn in der Pflege verhandeln muss, ist eigentlich skandalös, denn die-
ser Beruf verdient mehr als einen Stundenlohn von 8 bis 10 Euro! Nach Untersuchun-
gen des Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) erhält jede dritte Pflegekraft einen
sittenwidrigen Lohn.
Aufgrund der demographischen Entwicklung wird der Bedarf an Pflegekräften weiter
steigen. Wenn die Gesellschaft auch zukünftig gut ausgebildetes, qualifiziertes Fach-
personal in der Pflege erwartet, müssen die Rahmenbedingungen attraktiver gestaltet
werden. Dazu gehören nicht nur ein angemessener gesetzlicher Mindestlohn, sondern
auch familienfreundliche Arbeitsbedingungen und berufliche Zukunftsperspektiven. In
kaum einem anderen Beruf ist die Flucht aus dem Beruf so hoch wie in der Pflege.
Denn der ständige Spagat zwischen Menschlichkeit und Fachlichkeit auf der einen
Seite und wirtschaftlichem Denken auf der anderen Seite, den die Kolleginnen täglich
absolvieren müssen, führt zu großen Frustrationen.
Besonders im Grenzland zu Dänemark macht sich der Fachkräftemangel bereits be-
merkbar, weil sich immer mehr Kolleginnen Arbeitsplätze in Dänemark suchen, wo sie
bessere Arbeitsbedingungen wie verlässliche Arbeitszeiten, bessere Lobby, mehr ge-
sellschaftliche Anerkennung und nicht zuletzt eine bessere Bezahlung vorfinden.
Wir sollten uns am Nachbarland orientieren, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen
und die Abwanderung qualifizierter Kräfte zu stoppen.
Herausgeber: Landeshaus
SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Postfach 7121, 24171 Kiel
Petra Bräutigam Tel: 0431/ 988-1305/1307 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de
Fax: 0431/ 988-1308 Internet: www.spd.ltsh.de