Presseinformation Es gilt das gesprochene Wort TOP 19 ­ Kulturhauptstadt Sønderborg Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sagt dazu, Rasmus Andresen: Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Chance für das nördliche Schleswig-Holstein nutzen Nr. 149.10 / 18.03.2010 Sehr geehrter Herr Präsident, Sehr geehrte Frau Präsidentin, "Wandel durch Kultur ­ Kultur durch Wandel", dies ist das Motto der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Das Motto beschreibt sehr gut, welche Rolle Kultur in einer strukturschwachen Region spielen kann, die, so unterschiedlich die Herausforderungen und die Geschichte sein mögen, vor erheblichen Herausforderungen steht. Kultur kann auch für Sønderjylland und Südschleswig einen Wandel bringen. Einen Wandel von einer vermeintlichen Randlage zu einer Region, dessen Chancen und Potenziale ins Zentrum gerückt werden. Aus schleswig-holsteinischer Sicht ist es absolut unterstützenswert, wenn Sønderborg zusammen mit der gesamten deutsch-dänischen Grenzregion 2017 europäische Kulturhauptstadt wird. Beispiele aus ehemaligen europäischen Kulturhauptstädten zeigen, wie stark nicht nur im Veranstaltungsjahr, sondern auch in den Folgejahren, die regionale Tourismusbranche davon profitiert. So hat beispielsweise Luxemburg die Anzahl der Touristen mehr als verdoppeln können. Der europäische Reiz an einer grenzüberschreitenden Kulturregion ist unter anderem in den in der Grenzregion lebenden nationalen Minderheiten begründet. Durch die Geschichte der Minderheiten, wie aber auch durch die unterschiedlichen Kulturen, würde die Region eine spannende Kombination ergeben, die es so in der Geschichte der europäischen Kulturhauptstädte noch nicht gab. Schauen wir uns die Zielsätze der europäischen Kulturhauptstädte an. Die drei in der Grenzregion lebenden nationalen Minderheiten ergeben nicht nur für Touristen ein Seite 1 von 2 spannendes Profil, sondern können in dem Rahmen auch dazu führen, dass die Region noch weiter zusammenwächst. Und eben dies ist ein Grundgedanke des europäischen Kulturstadtprojekts: Grenzüberschreitend Nachbarn und Auswärtigen ihre Kulturen näher bringen. Neben dem Grenzland- und Minderheitenprofil gibt es ein weiteres sehr spannendes Profil, das Sønderborg einzigartig macht. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2029 CO2-neutral zu sein. Wir Grüne sehen in den beiden Zielen, Klimahauptstadt und Kulturhauptstadt zu werden, eine sehr spannende und fruchtbare Kopplung. Durch Wassertaxen, CO2-armen ÖPNV und Kulturprojekte, die den Klimaschutzgedanken tragen, könnte Sønderborgs Profil in der Bewerbung gestärkt werden. Wenn es um Kultur geht, Herr Ministerpräsident, fallen Sie oft durch warme Worte auf. Durch Lippenbekenntnisse Sønderborgs Bewerbung zu unterstützen, ist ja schön. Noch besser ist allerdings, im nördlichen Schleswig-Holstein ein Kulturangebot zu schaffen oder viel besser zu bewahren, das Kooperationen möglich macht. Aktuelle kulturpolitische Entwicklungen lassen uns daran zweifeln, allerdings geben wir die Hoffnung nicht auf. Wenn das Land, mit Ihnen an der Spitze, Herr Carstensen, ein gutes Begleitkonzept entwickelt, profitiert nicht nur die nördliche Region vom Projekt. Da sind wir uns sicher. Werten Sie die Region auf und leiten sie den Wandel ein. Unterstützen Sie deshalb den Antrag des SSW, so wie wir es tun. *** 2