Presseinformation Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Es gilt das gesprochene Wort TOP 31+36 ­ Hochschulentwicklung /Uni Flensburg Dazu sagt der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Rasmus Andresen: Nr. 289.10 / 21.05.2010 Nur eine plurale Hochschullandschaft ist eine gute Hochschullandschaft Die Debatte von eben gibt nur einen Sinn, wenn man Sie mit der Debatte von jetzt im Zusammenhang sieht. Gerade eben das Herumschwadronieren der Landesregierung zur Bildungsfinanzierung und jetzt die konkreten Auswirkungen. Nun soll es also mit großer Wahrscheinlichkeit, so deute ich jedenfalls die aktuelle Entwicklung, die Wirtschaftswissenschaften der Universität Flensburg treffen. Und wenn es Sie trifft, dann trifft es den gesamten Hochschulstandort Flensburg. Bildungspolitisch wäre nichts dümmer als die Wirtschaftswissenschaften in Flensburg zu streichen und die Universität zur Pädagogischen Hochschule zurückzustufen.Wie würde das eigentlich mit dem Ziel bis 2020 rund 10.000 neue Studienplätze zu schaffen zusammenpassen? Wo sollen die entstehen? Die so vielbeschworene Öffnung der Universitäten auch für bildungsferne Schichten wird durch den Abbau von Studiengängen in Flensburg, aber auch Lübeck, nicht erreicht. Eine Mehrheit dieser Schulabsolventen und Absolventinnen wählen ihre Studienplätze nah am Heimatort. So wichtig die Stärkung der Fachhochschulen ist, wir unterstützen dies, können nicht alle Studienplätze in den Regionen an Fachhochschulen entstehen. Neben der Quantität spricht auch die Qualität gegen die Gedankenspiele vom Wissenschaftsministerium und der Kommission des Schreckens. Die Wirtschaftswissenschaften an der Universität arbeiten äußerst erfolgreich. Ein Nobelpreisträger, der in Forschung und Lehre richtig gute Arbeit leistet. Fragen Sie die Studierenden, die zu großer Anzahl heute im Landtag sind. Im bundesweiten CHE Ranking werden die European Studies, Energie- und Umweltmanagement und International Management, also die Studiengänge um die es konkret geht, sehr gut bis gut bewertet. Seite 1 von 2 Nur die Ausstattung könnte besser sein. Aber das sind ja die Rahmenbedingungen für die wir als Politik verantwortlich sind. Bei einem Haushalt von 13 Millionen Euro einen Umsatzeffekt von 39,1 Millionen Euro und 562 Arbeitsplätze in der Region zu erwirtschaften, muss doch Ihnen als Wirtschaftsminister, Herr De Jager, das Herz erwärmen? Der IHK Flensburg und dem Arbeitgeberverband tut es das jedenfalls. Wir brauchen aber viel mehr als Einzelantworten. Jahrelang ist im Hochschulbereich nichts passiert. Und auch Sie setzen diese traurige Tradition fort. Statt einzelne Studiengänge anzugreifen, müssen Sie mit den Akteuren an ALLEN Hochschulen in Schleswig-Holstein gemeinsam ein zusammenhängendes hochschulpolitisches Konzept entwerfen. Wie soll die Hochschullandschaft in 10-15 Jahren in Schleswig-Holstein aussehen? Credo muss sein, eine plurale Hochschullandschaft zu erhalten. Ob Stiftungsuni in Lübeck, Europauniversität in Flensburg und die Frage nach regional verankerten Fachhochschulen. Alles das muss eine Rolle spielen! Stattdessen spielen sie die Universitäten gegeneinander aus. Es darf später nicht heißen Lübeck gegen Flensburg oder Heide gegen Kiel. Nein, nur eine plurale Hochschullandschaft ist eine gute Hochschullandschaft für das ganze Land. Auch deshalb muss das Gutachten der wissenschaftlichen niedersächsischen Gutachterkommission abgewartet werden. Ihnen im laufenden Verfahren den Boden unter ihren Füßen wegzuziehen, ist einfach nur dreist. Hochschulpolitisch würden Sie damit bundesweit Schlagzeilen machen. Und die werden nicht positiv. Dies hat Ihnen ja bereits der Universitätsrat deutlich gemacht. Wir fordern deswegen: lassen Sie die Kommission arbeiten und ersparen Sie sich, dass sich das Land komplett lächerlich macht. Kurz zum Schluss ein Kommentar zu der regionalpolitischen Bedeutung. Nach dem Landestheater, dem ersten Aufschlag zum Landesentwicklungsplan, der Justizvollzugsanstalt Flensburg ist dies nun die vierte politische Diskussion, die sich gegen die Region Flensburg stellt. Sie, Herr Carstensen, sind nur Ministerpräsident, weil Frau Herold den über 50 Jahre alten Flensburger SPD-Wahlkreis mit hauchdünnem Vorsprung gewonnen hat. Überlegen Sie sich als Ministerpräsident, der im Norden des Landes beheimatet ist, gut, welche Schritte sie tun und was Ihnen die Region, abgesehen von den Kappelner Heringstagen wert ist. Ihr Parteifreund und Bundestagsabgeordneter Wolfgang Börnsen macht es zusammen mit der Flensburger CDU vor. Ein Satz zur FDP. Hören Sie in diesem Punkt bitte auf ihre Jugendorganisation, den Jungen Liberalen, die sich sehr eindeutig hinter die Universität Flensburg gestellt hat. *** 2