FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1 Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Katharina Loedige, MdL Stellvertretende Vorsitzende Nr. 227/2010 Kiel, Donnerstag, 17. Juni 2010 Günther Hildebrand, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Es gilt das gesprochene Wort! Kultur Kirstin Funke: Eine gute Wirtschaftspolitik hilft auch der Kultur in Schleswig-Holstein In ihrer Rede zu TOP 39 (Entwicklung und Stand der Kulturwirtschaft in Schleswig-Holstein) sagte die kulturpolitische Sprecherin der FDPLandtagsfraktion, Kirstin Funke: ,,An erster Stelle möchte ich mich bei Minister Dr. Klug für den Bericht zur Kulturwirtschaft bedanken. Der Bericht gibt, geschuldet der Aufgabenstellung, aus heutiger Sicht keine aktuellen Zahlen wider, weist aber nach der Überarbeitung der Definitionen durch die EnqueteKommission ,Kultur in Deutschland' interessante Aspekte für SchleswigHolstein auf. Basis aller im Bericht der Kulturwirtschaft erfassten kultur- und kreativwirtschaftlichen Aktivitäten ist der sogenannte schöpferische Akt. Dies beinhaltet nicht allein Inhalte, Werke, Produkte oder Produktionen, sondern auch Dienstleistungen, die alle mit wirtschaftlich relevantem Ausgangskern den elf Teilmärkten zugrunde liegen. Die Betrachtung des Kultursektors nach dem Drei-Sektoren-Modell, das heißt dem privatwirtschaftlichen, gemeinnützigen und öffentlichen Sektor, erfolgt aus einer rein kulturpolitischen Perspektive. Es umfasst die Kulturwirtschaft im engeren Sinne, das heißt die Musikwirtschaft, der Buch- und Kunstmarkt, Film- und Rundfunkwirtschaft, der Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft (einschließlich der Werbegestaltung) und den Architekturmarkt. Nicht einbezogen sind allerdings der Werbemarkt und die Software- und Games-Industrie. Die statistische Auswertung für das Jahr 2007 ergibt für das Land Schleswig-Holstein, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft mit 6.115 Frank Zabel, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: info@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ www.fdp-sh.de Sperrfrist: Redebeginn 2 Unternehmen und Selbständigen einen Anteil von 5,7 Prozent an der Gesamtwirtschaft einnimmt. Es wurde in dem Jahr ein Umsatz von 2,2 Mrd. erwirtschaftet, was einen Anteil von 1,7 % an der Gesamtwirtschaft Schleswig-Holsteins ausmacht. Die größten Umsätze erzielten in Schleswig-Holstein, nach den vorliegenden Auswertungen, der Pressemarkt, gefolgt vom Werbemarkt, der Software- und Games-Industrie, der Designwirtschaft und dem Architekturmarkt. Die Umsatzzahlen der Teilmärkte besagen allerdings, wie wir alle wissen, nichts über die Beschäftigungs- beziehungsweise Unternehmenszahlen aus. Dort ist in Schleswig-Holstein der Architekturmarkt führend. Erfreulich ist, dass die Zahlen aus dem Jahr 2007 ergeben, dass der Anteil von geringfügig Beschäftigten und Beschäftigten im Nebenjob im Länderschnitt beziehungsweise darunter liegen und der Anteil an Selbstständigen im Vergleich zu den anderen Bundesländern SchleswigHolstein führend ist. Der Bericht kommt bei den Aspekten der Herausforderungen und der Förderpolitik zu der Aussage, dass es wesentliche Unterschiede in der Bedarfsstruktur der einzelnen Akteure als auch bei den Förderangeboten gibt. Bei bestehenden Förderprogrammen werden vielfach technologische Innovationen berücksichtigt. Aber auch - so sehe ich die zukünftigen öffentlichen Förderungen des Landes in Bezug auf die Vorschläge der Haushaltsstrukturkommission - im Bereich der darstellenden Künste die Förderung von Freien Theatern vollständig erhalten bleibt. Einen Aspekt will ich hier auch noch aufgreifen. Kulturwirtschaft umfasst sehr viel mehr Bereiche, als diejenigen, die vom Land Schleswig-Holstein direkt finanziell unterstützt werden. Insofern kann dem kulturellen Bereich, wie er in dem Bericht dargestellt wird, zum Teil auch durch eine gute Wirtschaftspolitik geholfen werden. Durch die Aufhebung von Wachstumshemmungen tun wir also auch etwas für die kulturelle Wirtschaft im Land. Künftig wird es in einigen Bereichen der Kultur noch kreativere Ideen der kreativen Akteure und der Wirtschaft geben müssen, um Kulturvielfalt in Zeiten finanzieller Schwierigkeiten zu erhalten. Denn angesichts der desaströsen Haushaltslage benötigt dieses Land beides: Eine Kultur der Wirtschaftlichkeit und mehr Wirtschaftlichkeit der Kultur." Frank Zabel, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: info@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/