Presseinformation Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Stellv. Pressesprecher Dr. Jörg Nickel Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0178/28 49 591 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 435.10 / 19.07.2010 Hamburg ist nicht Schleswig-Holstein Zum Ergebnis der Abstimmung in Hamburg zur Schulreform und den Reaktionen darauf aus Schleswig-Holstein erklärt die schulpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, Anke Erdmann: Schön, dass die Koalition zumindest auf dem Gebiet der Schulpolitik ein besonderes Auge auf Hamburg wirft. Vergleichbar ist das Ganze nicht: Erstens: Hamburg plant ein transparentes Schulsystem mit zwei Schulformen, die beide zum Abitur führen ­ die Gymnasien in acht, die Stadtteilschulen in neun Schuljahren. Das ist von der gestrigen Abstimmung unberührt. In Schleswig-Holstein möchte die FDP verhindern, dass die Gemeinschaftsschule einen eigenen, sicheren Weg zum Abitur etabliert und plant ein Y-Kuddelmuddel an den Gymnasien. Zweitens: Hamburg wird deutlich mehr LehrerInnen einstellen, die Klassengröße wird deutlich sinken ­ in sozialen Brennpunkten sollen weniger als zwanzig Kinder in eine Grundschulklasse gehen. In Schleswig-Holstein wurde gerade mittelfristig der Abbau von 3.650 Lehrerstellen beschlossen. Das ist das falsche Signal! Drittens: Hamburg steckt gerade mitten in der Schulreform. Da ist es klar, dass die Strukturfragen diskutiert werden. In Schleswig-Holstein hat die Große Koalition 2007 bereits eine große Schulreform auf den Weg gebracht. Die Schulen stecken noch in der Umsetzungsphase, während Minister Klug die Schulen mit einer Strukturfrage nach der nächsten beschäftigt. Das bringt die Schulen zu Recht auf die Zinne. Viertens: Man kann die Lernstandserhebungen aus Stadtstaaten mit einem hohen Anteil Seite 1 von 2 von z.B. Jugendlichen mit Migrationshintergrund schwer mit dem Ergebnis eines Flächenlandes vergleichen, wie es Minister Klug heute getan hat. Hamburg hat erkannt, dass Strukturfragen mit Qualitätsentwicklung verknüpft werden müssen. Auch wenn nun ein Teil der Reform nicht greifen wird, so stellt sich Hamburgs Schulpolitik doch an die Spitze. Minister Klug macht es genau andersherum: Strukturchaos, Mehrarbeit, Stellenstreichungen. Stolz kann man darauf nicht sein. *** 2