Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion Kiel, 07.09.2010, Nr.: 251/2010 Bernd Heinemann: Spitzenplatz in der Meeresforschung darf nicht gefährdet werden Das weltweit führende Leibniz-Forschungs- und Lehrinstitut für Meereswissenschaft IFM-GEOMAR in Kiel soll in die Helmholtzgemeinschaft aufgenommen werden. In einer Kleinen Anfrage möchte der SPD-Landtagsabgeordnete für Kiel-Ost, Bernd Heinemann, Informationen über die Rahmenbedingungen für diesen Wechsel erhalten. Er erklärt dazu: Die Helmholtzgemeinschaft bietet mit ihren 16 Forschungszentren und einem Jahresbudget von 3 Milliarden Euro nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. So ist die Frage offen, ob das IFM-GEOMAR weiterhin bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft Anträge stellen darf, um seine Studiengänge und Forschungsvorhaben jauch künftig vollumfänglich weiterentwickeln zu können. Ebenso ist es wichtig zu wissen, welche Auswirkungen die Programmorientierung der Helmholtzgesellschaft auf die bisher großartigen Erfolge in der weltweiten Meeresforschung und das erreichte Exzellenzcluster haben kann. Auch wie sich der geplante Wechsel mit den auf dem Seefischmarktgelände am Schwentineufer geplanten Bauvorhaben, für die sich insbesondere die örtlichen SPDRatsherren Hans-Werner Tovar und Thorsten Stargars eingesetzt haben, auswirkt, ist nicht klar. Es geht um den Erhalt der weltweit führenden Meeresforschung an der Schwentine und letztlich um den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein als ganzes in der Champions League der Erdsystemforschung. Auch dies wird für die Zukunft in unserem Land zwischen den Meeren entscheidend sein. Anlage: Kleine Anfrage des Abgeordneten Bernd Heinemann Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de -2- SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG 17. Wahlperiode Drucksache 17/ 08.03.2010 Kleine Anfrage des Abgeordneten Bernd Heinemann (SPD) Rahmenbedingungen für eine Aufnahme des Leibniz-Institutes für Meereswissenschaften GEOMAR in die Helmholtz-Gemeinschaft Die weltweit führende Einrichtung auf dem Gebiet der Meeresforschung soll in die Helmholtz­ Gemeinschaft ,,wechseln" (Presseerklärung der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anette Schavan vom 08.07.2010). In den vergangenen Jahren hat das IFM-GEOMAR mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eine weltweit anerkannte Exzellenz in der Meeresforschung erarbeitet. Für das Exzellenzcluster ,,Ozean der Zukunft" sind einige Voraussetzungen unverzichtbar. Dazu gehört u.a. die Sicherstellung von weiteren Forschungsmitteln der DFG wie bisher in einer jährlichen Größenordnung von 10 Millionen Euro und mehr. Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung: 1. Wer ist an dem Wechsel in die Helmholtz-Gemeinschaft verantwortlich beteiligt, und in welcher Form bzw. wann werden die Parlamente in die Entscheidungen von Landesund/oder Bundesregierung eingebunden? 2. Wird das IFM-GEOMAR bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) weiterhin voll antragsberechtigt sein, und was wird die Landesregierung tun, um dies ggf. dauerhaft sicher zu stellen? 3. Gibt es in der Helmholtz-Gemeinschaft Einschränkungen bei der Drittmittelfinanzierung (2009 waren es nach Angaben des IFM-GEOMAR insgesamt 26,8 Millionen Euro) und wenn ja, welcher Art sind diese bzw. welche Auswirkungen hat dies auf dadurch finanzierte Arbeits- und Honorarplätze oder Projekte? Bitte beispielhaft darlegen. 4. Wie stellt die Landesregierung die Sicherung und die weitere Optimierung des Exzellenzclusters der CAU zu Kiel in Bezug auf die Meereswissenschaften nachhaltig sicher? 5. Können alle Studiengänge an der CAU und dem IFM-GEOMAR in ihrer Gesamtheit und Differenzierung in allen Bereichen der Meeresforschung uneingeschränkt aufrecht erhalten oder ausgebaut werden und wenn nicht, in welchem Umfang werden wie viele Studierende betroffen sein? 6. In welchen Bereichen hat die Programmorientierung der Helmholtzgemeinschaft möglicherweise Auswirkungen auf die Bandbreite und konkrete Ausrichtung von Forschung und Lehre am IFM-GEOMAR und/oder an der CAU zu Kiel? -3- 7. Sind die geplanten baulichen Erweiterungen des IFM-GEOMAR in einer Größenordnung von ca. 90 Mio durch den ,,Wechsel" in die Helmholtz-Gemeinschaft zumindest teilweise gefährdet und/oder ändert sich das geplante PPP-Vorhaben auf dem Gelände des Seefischmarktes in Kiel-Wellingdorf? Bernd Heinemann