Presseinformation Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 494.10 / 08.09.2010 Wir bleiben auf dem Lande und wehren uns täglich! Zur heutigen Demonstration der Biobauern und -bäuerinnen vor dem Landtag sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß: Die Biobauern und -bäuerinnen im Lande haben unsere volle Unterstützung. Es ist richtig, dass sie heute hier demonstrieren, während drinnen die erste Lesung des Haushaltes stattfindet. An der Förderung des ökologischen Landbaus zu sparen, heißt sparen am falschen Ende. Die Vorteile, die die ökologische Wirtschaftsweise für unsere Gesellschaft bietet, überwiegen bei weitem die Kosten. Ohne die Fördergelder, die der Ökolandbau überall in der Bundesrepublik und auch in den anderen EUMitgliedsländern erhält, können unsere Betriebe jedoch nicht existieren, zumindest nicht ihre ökologische Wirtschaftsweise beibehalten. Der Beschluss der Landesregierung, den ökologischen Landbau nicht mehr zu fördern und die Umstellungsförderung stark einzuschränken, hat jedoch im Grunde genommen nur wenig mit dem Landeshaushalt zu tun. Bereits im Haushaltsjahr 2010 hat dieser Beschluss drastische Auswirkungen für einige Betriebe. Eine kleine Anfrage hat ergeben, dass in diesem Jahr insgesamt 80 Förderanträge von Biobauern abgelehnt wurden: Flächenerweiterung, Beibehaltung und Umstellung. Eine Fläche von über 1.900 Hektar ist davon betroffen. Das Spar-Argument ist nur vorgeschoben. Der ökologische Landbau passt dieser schwarz-gelben Landesregierung nicht ins Konzept. Sie wollen den Ökolandbau nicht, aus ideologischen Gründen. Sie wollen den Weg frei machen für weitere Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft, die Agro-Gentechnik eingeschlossen. Sie wollen, mit Blick auf die bevorstehende Reform der EU-Agrarpolitik, möglichst viele pauschale Subventionen erhalten. Sie stemmen sich gegen die zunehmend lautstark werdenden Forderungen der Gesellschaft: Fördergelder nur noch für ökologische und soziale Leistungen! Seite 1 von 2 Diese Leistungen erbringt der ökologische Landbau. Deshalb ist das auch die Landwirtschaft der Zukunft, ein Leitbild für die ländliche Entwicklung. In Schleswig-Holstein, in ganz Deutschland und Europa, ja sogar weltweit, wie der internationale Agrarrat es ja auch in seinem Weltagrarbericht festgestellt hat. Das Motto heute und für die Zukunft kann daher nur lauten: Wir bleiben auf dem Lande und wehren uns täglich! *** 2