Presseinformation Es gilt das gesprochene Wort! TOP 27+44 ­ AKN wird S-Bahn Dazu sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Andreas Tietze: AKN wird S-Bahn Nr. 637.11 / 18.11.2011 Der Antrag zur AKN, den wir heute in den Schleswig-Holsteinischen Landtag einbringen, wird in leicht abgewandelter Form von meinem Kollegen aus der GAL-Fraktion parallel in der Hamburger Bürgerschaft gestellt unter dem Ziel ,,AKN wird S-Bahn" Hamburg und Schleswig-Holstein leben von einer guten Nachbarschaft. Der Verkehrsraum von Schleswig-Holstein ist auf Hamburg ausgerichtet. Gemeinsame Projekte stärken den Zusammenhalt beider Länder. Die von uns geforderte S-Bahn von Kaltenkirchen nach Hamburg-Eidelstedt auf der AKN-Strecke Linie 1 ist beispielgebend, da beide Bundesländer davon profitieren. Jeder Berufs- oder Freizeitpendler, der statt des PKW eine attraktive S-Bahn benutzt, schont die Umwelt und entlastet das Straßensystem. Moderne, schnelle Schienenfahrzeuge, die bis zum Hamburger Hauptbahnhof durchfahren, können viele neue Nutzer anlocken. Mit unserem gemeinsamen Antrag stärken wir den Schienenverkehr und setzen ein Zeichen für fruchtbare Kooperationen. Nach den Streitigkeiten um den Windmesse-Standort sind verbindende Projekte gefragt, dass wollen wie Grünen beiderseits der Landesgrenze fördern. Ein wichtiger Anlass für unseren Antrag ist die Notwendigkeit für die AKN neue Fahrzeuge zu beschaffen. Wer die Waggons der AKN kennt, der kann den Handlungsbedarf sicherlich nachvollziehen. Wenn aber neue Fahrzeuge beschafft werden, die dann mindestens 30 Jahre ihren Dienst verrichten sollen, müssen die Anforderungen an diese Fahrzeuge klar sein. Wird es ein elektrischer Antrieb für eine S-Bahn oder bleibt es beim Dieselmotor? Das muss entscheiden werden. So entstand das Projekt einer S21 auf der AKN-Strecke. Seite 1 von 2 Der Aufsichtsrat der AKN, deren Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein sind, hat 150.000 Euro bereitgestellt für ein Wirtschaftlichkeitsgutachten. Die mit dem Gutachten beauftragte Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS) soll Nutzen und Kosten einer Elektrifizierung gegenüberstellen. Die Gesamtkosten werden auf etwa 50 Millionen Euro geschätzt. Das ist natürlich kein Papenstil. Eine Finanzierung aus Bundesmitteln ist nur über den Bundestopf ,,Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz" (GVFG) möglich, daraus werden ÖPNV-Maßnahmen mit Kosten über 50 Millionen Euro gefördert. Die FDP uns aufgefordert, einen detaillierten Finanzierungsplan vorzulegen. Wenn sie unseren Antrag gelesen hätten, dann wüssten sie, dass die Landesregierung in Abstimmung mit dem Hamburger Senat eine Kostenübersicht für die erforderlichen Investitionen vorlegen soll. Das fußt dann auf den Untersuchungen der LVS. Mit dem Kostenrahmen kann dann der Förderantrag beim Bund gestellt werden. Anders geht das nicht. Auch den zweiten Vorwurf kann ich gut kontern. Warum haben die Grünen die AKNElektrifizierung nicht schon in den Zeiten ihrer Regierungsbeteiligung bis 2005 durchgesetzt? Ganz einfache Antwort: Jetzt steht die Ausschreibung des Betriebes der Hamburger S-Bahn ab 2018 an und jetzt geht es um die Beschaffung neuer Schienenfahrzeuge für die AKN. Alles hat eben seine Zeit und sein Zeitfenster. Auch Hamburg hat großes Interesse an einer S-Bahn-Verbindung auf der jetzigen AKNStrecke über Schnelsen nach Kaltenkirchen. Damit kann die Erfolgsgeschichte der Verlängerung der S 3 nach Stade wiederholt werden. Es profitieren nicht nur die Pendler auf unserer Landesseite, sondern auch die Pendler aus Eidelstedt und Schnelsen. Gerade im Nordwesten von Hamburg gibt es ein großes Potential für den Umstieg vom PKW auf die Bahn. Straßen und Umwelt werden entlastet. Zum Vergleich, auf der Strecke Elmshorn-Hamburg ist der Anteil der Bahnpendler dreimal höher als auf der jetzigen AKN-Strecke. Ein richtiges Projekt braucht Unterstützung aus Hamburg wie aus Schleswig-Holstein. Das Signal sollten wir heute geben. Hamburg und Schleswig-Holstein gemeinsam auf der Schiene. *** 2