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Presseticker > alle > 2012 > Januar > 27 > 15:55

Redeauszug von Björn Thoroe zu TOP 27: Defizite bei der Bildungsqualität abbauen

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

                                                                                Jannine Menger-Hamilton
Redeauszug von Björn Thoroe zu TOP 27: Defi-                                    Pressesprecherin
zite bei der Bildungsqualität abbauen                                           DIE LINKE Fraktion im Schleswig-Holsteinischen
                                                                                Landtag
30/2012                                                                         Düsternbrooker Weg 70
                                                                                24105 Kiel

                                                                                Telefon:   0431 / 9 88 16 02
                                                                                Telefax:   0431 / 9 88 16 18
                                      Es gilt das gesprochene Wort.             Mobil:     0160 / 90 55 65 09

                                                                                presse@linke.ltsh.de
Kiel, 27. Januar 2012
                                                                                www. linksfraktion-sh.de



Redeauszug von Björn Thoroe zu TOP 27: Defizite bei der Bildungsqualität abbauen

,,Frau Präsidentin, meine Damen und Herren,

Bildungspolitik ist und bleibt ein wichtiges Wahlkampfthema, das wissen wir nicht erst seit der
letzten Umfrage der SHZ. Ebenso wenig überrascht mich Erkenntnis, dass Schleswig-Holsteins Bil-
dungspolitik defizitär ist.

Ich kann nicht behaupten, dem Bericht des Bildungsministers, auch nur irgendetwas Neues gehört
zu haben. Aber es wundert mich doch, wie schön gefärbt der Blick im Bericht auf die Schulland-
schaft aus Sicht des Ministers doch ist.

Herr Klug, ich bin Ihnen aber auch ein bisschen dankbar. Denn ganz offensichtlich haben Sie ihre
Haltung zur Kürzung von Lehrerstellen revidiert. Die Motive für den Sinneswandel lasse ich jetzt
mal außen vor, da kann ich mich meinen Vorrednerinnen und Vorrednern nur anschließen.

Etwas bedauerlich finde ich, dass Sie, Herr Klug, nicht einen Schritt weiter gegangen sind und auch
die Kürzung für das laufende Schuljahr hinterfragt haben. 300 Lehrerstellen im kommenden Schul-
jahr zu erhalten, das ist ein Anfang. Allerdings müssen wir uns auch darüber unterhalten, wo diese
Stellen am meisten gebraucht werden. Ihr geht es nicht darum die Gymnasien beziehungsweise
die gymnasiale Oberstufe zu stärken. Hier geht es vor allem darum, die Gemeinschaftsschulen so
zu stärken, dass es ihnen überhaupt möglich ist, am Konzept des binnendifferenzierten Unterrichts
festzuhalten.

Und auf die Gefahr hin, dass sich Frau Spoorendonk jetzt wieder langweilt, weil sie genau weiß,
wie unsere Ideen den Weg in eine chancengerechte Bildungslandschaft ebnen können, muss ich
sie auch heute noch einmal vortragen, denn die schwarz-gelbe Koalition scheint sie bis heute nicht
verstanden zu haben. Und schließlich geht es haute auch um Defizite und um Lösungsvorschläge.

                    Diese und alle weiteren Presseinformationen der Fraktion DIE LINKE finden Sie auf
                                             http://www.linksfraktion-sh.de

Alle Baustellen noch einmal zu benennen, würde meine Redezeit sprengen, deshalb möchte ich
nur exemplarisch, neben den dringend notwendigen LehrerInnenstellen, ein paar Beispiele anfüh-
ren.

1. Unsere Schulen grenzen noch immer aus, sie sortieren unsere Schülerinnen und Schüler. Eine
   optimale Förderung durch eine Schule für alle, das wäre eine Lösung.
2. Noch immer haben wir viel zu wenig Ganztagsschulangebote
3. Wir bilden noch immer Lehrer für Schulformen aus, die nicht mehr existieren. Eine vernünftige
   Reform der Lehrerausbildung ist längst überfällig. Doch dass uns auch in diesem Bereich von
   schwarz-gelb nicht viel Gutes erwarten, wissen wir, seit dem Bericht der Landesregierung zur
   Reform der LehrerInnenausbildung.
4. Es gibt noch immer kein flächendeckendes Angebot an Schulsozialarbeit.
5. Wir fordern differenzierte Lernberichte, die das defizitäre und undifferenzierte Notensystem
   endlich ablösen.
6. Und das wohl größte Defizit, das alle vorgenannten Probleme direkt beeinflusst, ist die chroni-
   sche Unterfinanzierung im Schulbereich.

Bildung, meine Damen und Herren, darf nicht unter Haushaltsvorbehalt gestellt werden. Für gute
Bildung muss das Geld da sein. Deshalb kann ich nur noch einmal an die FDP appellieren, und das
tue ich nicht oft, folgen sie den Worten des Ministers Klug. Und vor allem: Bekennen sie sich dazu
indem sie dem Oppositionsantrag zustimmen!

Vielen Dank!"




                  Diese und alle weiteren Presseinformationen der Fraktion DIE LINKE finden Sie auf
                                           http://www.linksfraktion-sh.de
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