Bernd Heinemann: Tarifsichere Arbeit und gute Versorgung statt hoher Aktiengewinne
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Kiel, 1. Februar 2012
Nr. 029/2012
Bernd Heinemann:
Tarifsichere Arbeit und gute Versorgung statt hoher Aktiengewinne
Zur Debatte um die Krankenhausversorgung an der Westküste erklärt der gesundheitspolitische
Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Bernd Heinemann:
Ich unterstütze den Zusammenschluss der kommunalen Krankenhäuser an der Westküste und
den Verbund mit den anderen Häusern dieser Familie.
Seit Jahren führt ein steigender Wettbewerbsdruck in der stationären Krankenversorgung zu
immer deutlicheren Verwerfungen in der Gesundheitsversorgung. Viele Kommunen haben ihre
Verantwortung in die Hände anscheinend gut aufgestellter Krankenhauskonzerne gelegt und
sich dabei nicht selten eher 5-Sterne-Hotels mit oft reduziertem medizinischem Service
eingehandelt als hoch motivierte medizinische und pflegerische Leistung, kommunal
ausgerichtet und tariflich gut bezahlt. Alles hat seinen Preis und nur durch einen engen
Zusammenschluss kann im Markt der Krankenhäuser mitgehalten werden.
Der Verbund von bisher sechs öffentlichen Krankenhäusern ist genau wie jeder die Marktmacht
steigernde Zusammenschluss der örtlich verankerten Akteure eine richtige Antwort. Er nützt den
Mitarbeitenden und den PatientInnen vor Ort - und nicht fernen Aktionären. Deren
Renditeerwartung kann dazu führen, dass vermeintlich unrentable Abteilungen wie Geburtshilfe-,
Kinder-, Neurologische oder Neurochirurgische Kliniken geschlossen werden.
Es wird höchste Zeit, dass die falsche Politik der ungerechten Grundfinanzierung medizinischer
Leistungen besonders für den Norden rückgängig gemacht wird. Der durch Ministerin Gitta
Trauernicht 2008 ausgehandelte Kompromiss für einen bundeseinheitlichen Basisfallwert hat
wieder zu gelten. Als Überbrückung für abgelegene Landstriche wie Brunsbüttel muss
Gesundheitsminister Garg dringend einen Sicherstellungszuschlag veranlassen.