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Presseticker > alle > 2012 > Februar > 22 > 12:54

Rede von Björn Thoroe zur Finanzierung der Freien Schulen

Portable Document Format ist das Original der Pressemitteilung Weitere Formate: formatierter Text, Fliesstext und Layout

                                                                               Jannine Menger-Hamilton
Rede von Björn Thoroe zu TOP 2: Freie Schulen                                  Pressesprecherin

42/2012                                                                        DIE LINKE Fraktion im Schleswig-Holsteinischen
                                                                               Landtag
                                                                               Düsternbrooker Weg 70
                                                                               24105 Kiel

                                                                               Telefon:   0431 / 9 88 16 02
Kiel, 22. Februar 2012                                                         Telefax:   0431 / 9 88 16 18
                                                                               Mobil:     0160 / 90 55 65 09

                                                                               presse@linke.ltsh.de

                                                                               www. linksfraktion-sh.de



Rede von Björn Thoroe zur Finanzierung der Freien Schulen

,,Herr Präsident, meine Damen und Herren,

Schulen in freier Trägerschaft, also Privatschulen, sind für viele Eltern eine immer attraktivere Al-
ternative zum öffentlichen Schulsystem. Das wird an den steigenden SchülerInnenzahlen deutlich.
Das wirft für DIE LINKE Fragen auf: Woher kommt dieser Trend? Wieso schicken Eltern ihre Kinder
immer öfter in Privatschulen?

Darauf eine Antwort zu finden, ist nicht schwer. Das öffentliche Schulsystem ist unterfinanziert.
Große Klassen, Ausfallstunden und veraltete pädagogische Konzepte sind in der Tat zum Weglau-
fen. Aus der Perspektive von Eltern und Schülerinnen und Schülern kann ich daher gut nachvoll-
ziehen, wenn Privatschulen den öffentlichen Schulen vorgezogen werden.

DIE LINKE sieht in immer mehr Privatschulen aber keineswegs die Lösung des Problems.

Private Schulen fordern in der Regel ein Schulgeld. Schon allein deshalb findet zwangsweise eine
soziale Auslese unter den Schülerinnen und Schülern statt. Das wollen wir, Die LINKE nicht! Wir
treten für ein ausfinanziertes öffentliches Schulsystem ein, in das fortschrittliche Konzepte der Pri-
vatschulen einfließen.

Wir verkennen durchaus nicht das reformpädagogische Potential vieler privater Schulen. Fort-
schrittliche Waldorfschulen, Montessouri-Schulen und Lernwerkstätten zeigen schon jetzt wie Pä-
dagogik auch aussehen könnte. Nur, wir wollen, dass alle Kinder von guten pädagogischen Konzep-
ten profitieren. Wir wollen, dass an öffentlichen Schulen nicht die Erschließung von Humankapital
für die Wirtschaft, sondern die Persönlichkeitsbildung der Lernenden hin zu selbstdenkenden
Menschen im Vordergrund steht.



                   Diese und alle weiteren Presseinformationen der Fraktion DIE LINKE finden Sie auf
                                            http://www.linksfraktion-sh.de

Was Schleswig-Holstein braucht, sind öffentliche Schulen als Orte des gemeinsamen Lernens ohne
soziale und finanzielle Zugangsbeschränkungen. Für jedes Kind muss eine individuelle und optima-
le Förderung gewährleistet werden.

Ein Ausbau, bzw. die finanzielle Stärkung der Privatschulen dagegen führt trägt zur Zementierung
des Zwei-Klassen-Bildungssystems bei.

Der Grüne Gesetzentwurf hat auch enorme finanzielle Auswirkungen. 31,5 Millionen sollen zusätz-
lich an die Privatschulen in Schleswig-Holstein fließen. 31,5 Millionen Euro die dringend an den öf-
fentlichen Schulen des Landes benötigt werden.

Der Landesrechnungshof spricht sich, wie die Grünen, für die Ausweitung der Privatschulen aus.
Die Begründung dieser Forderung zeigt, wohin dieser Weg führt. Ich zitiere aus den Bemerkungen
2011 des Landesrechungshofes: ,,Mehr Schülerinnen und Schüler an privaten Schulen ermöglichen
Einsparungen bei öffentlichen Schulen." Der Antrag der Grünen würde zu einer Umverteilung der
finanziellen Mittel aus dem öffentlichen ins private Schulsystem führen. Das macht DIE LINKE nicht
mit.

Ich möchte den Grünen auch die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ,Allgemeinbildende Privat-
schulen in Deutschland` nahe legen.

Ein interessantes Ergebnis dieser Studie möchte ich hier nennen: sowohl der Bildungsstand der
Eltern als auch der Migrationshintergrund einer Schülerin oder eines Schülers haben einen signifi-
kanten Einfluss darauf, ob ein Kind eine Privatschule besucht oder nicht. Daraus folgt: Je reicher
die Eltern, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder eine Privatschule besuchen.

Ich möchte hier daran erinnern, wie das dritte beitragsfreie Kita-Jahr eingestampft wurde, wie die
Eltern bei der SchülerInnenbeförderung zur Kasse gebeten werden, oder wie Lehrerinnenstellen
gestrichen werden. Dass sind die Baustellen, die DIE LINKE bearbeiten will und die höchste Priori-
tät beimisst.

DIE LINKE lehnt den Gesetzentwurf zur Stärkung der Privatschulen ab."




                   Diese und alle weiteren Presseinformationen der Fraktion DIE LINKE finden Sie auf
                                            http://www.linksfraktion-sh.de
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