Landesbeauftragter: Wahlbenachrichtigung in Leichter Sprache als Herausforderung

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                                                                               Nr. 82 / 5. April 2017


Landesbeauftragter: Wahlbenachrichtigung in Leichter Sprache als
Herausforderung

Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Ulrich Hase hat die neue Form der
Wahlbenachrichtigung begrüßt. Die Leichte Sprache soll auch den Menschen das Verstehen
erleichtern, die bislang von Informationen zu Wahlen ausgeschlossen waren. ,,Es ist
Bestandteil der auch in Deutschland geltenden UN-Konvention über die Rechte von
Menschen mit Behinderung, Wahlen barrierefrei umzusetzen", betonte der
Landesbeauftragte.

Hase geht davon aus, dass die Änderungen zur Landtagswahl 2017 mit dem Ziel der Barriere-
freiheit dazu führen, dass mehr Menschen informiert werden als bisher. ,,Ich erwarte, dass dadurch
auch mehr Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen", sagte Hase. Die aktuell
versendeten Wahlbenachrichtigungen wenden anerkannte Regeln der Leichten Sprache an. Das
soll über die schriftliche Vermittlung hinaus das Verständnis von Sprache erleichtern. Damit ist die
Leichte Sprache eine Kommunikationshilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen. Diese
Beeinträchtigungen können beispielsweise in der Auffassungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, im
behinderungsbedingt eingeschränkten Spracherwerb oder im zuwanderungsbedingt begrenzten
Sprachgebrauch liegen. Die Anwendung von Leichter Sprache ist über viele Jahre entwickelt
worden, sie wurde wissenschaftlich begleitet und wird permanent ausgewertet und überarbeitet.

Teil der Leichten Sprache ist es, das Lesen zu erleichtern, indem Wortteile abgetrennt werden.
Auch das Erfassen längerer Begriffen soll für die oben genannten Personenkreise dadurch
einfacher werden und hat sich zur Teilhabeerweiterung für manche Menschen mit
Beeinträchtigungen bereits bewährt. ,,Ich kann Irritationen über die neue Schreibweise zu
Wahlbenachrichtigungen durchaus nachvollziehen", erklärte der Landesbeauftragte. ,,Wesentlich
ist aber, dass durch diese Schreibweise niemand ausgegrenzt, sondern der Kreis der Menschen,
die Wahlbenachrichtigungen verstehen, erweitert wird."

Der Landesbeauftragte appellierte gleichzeitig an die Medien, die sich kritisch mit der neuen
Schreibweise der Wahlbenachrichtigungen befassen, sich über das Konzept der Leichten Sprache
zu informieren.