Ralf Stegner: Trauer um Berndt Heydemann

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                                                                                   Kiel, 7. April 2017
                                                        Nr. 116 /2017




Ralf Stegner



Trauer um Berndt Heydemann


Zum Tod des ehemaligen schleswig-holsteinischen Umweltministers und Wissenschaftlers, Prof.
Berndt Heydemann erklärt der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein,
Dr. Ralf Stegner:



Berndt Heydemann steht bis heute für seine Pionierleistung im Umwelt- und Naturschutz in
Schleswig-Holstein. Mit Berndt Heydemann und dem von der Regierung Björn Engholm 1988
erstmals eingerichteten eigenständigen Umweltministerium erhielt dieser Politikbereich endlich
den ihm zustehenden Rang. Berndt Heydemann war engagiert, sachlich, gradlinig und, wo nötig,
unbequem. Er war kein Parteipolitiker, sondern er verfolgte als früherer Lehrstuhlinhaber für
Biologie an der Universität Kiel einen aus der Wissenschaft abgeleiteten ganzheitlichen Ansatz.



Die Vernetzung aller Umweltbereiche war sein übergeordnetes Konzept. Die wirtschaftliche und
soziale Dimension von Umweltschutz nahm in seiner Amtszeit als Minister in der politischen
Betrachtung eine neue Rolle ein. Die Bewältigung konkreter Herausforderungen im Land wie die
Algenpest oder das Fisch- und Robbensterben verband Berndt Heydemann stets mit
langfristigen und überregionalen Initiativen in der nationalen und internationalen Umweltpolitik.
Schnell erreichte er mit konkreten Maßnahmen einen weit umfassenderen Umweltschutz, vor
allem im Bereich Gewässerschutz, als jemals zuvor in Schleswig-Holstein. Das geschah nicht
immer zur Freude aller Betroffenen ­ an die Gülleverordnung sei an dieser Stelle erinnert.

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Berndt Heydemanns Meisterstück war das erste Landesnaturschutzgesetz für Schleswig-
Holstein von 1993. Es war bundesweit das erste Naturschutzgesetz, das die Anforderungen des
Sachverständigenrates für Umweltfragen an die Gesetzgebung flächendeckend umsetzte.
Dieses Gesetz hat neue Standards gesetzt und ist bis heute ein bedeutender Orientierungspunkt
in der Umweltgesetzgebung ­ bundesweit.



Nach seinem Ausscheiden war Professor Heydemann weiterhin in der Politik engagiert, fachlich
brillant und immer der Sache dienend. Zugleich setzte er seine Arbeit als Gelehrter fort und
schuf Standardwerke wie den 1997 erschienenen ,,Neuen Biologischen Atlas. Ökologie von
Schleswig-Holstein und Hamburg. Seine Arbeit im Zukunftszentrum Mensch-Natur-Technik-
Wissenschaft in Nieklitz war wieder eine Pionierarbeit im innovativen Bereich der Bionik. Die
SPD Schleswig-Holstein und ich danken Berndt Heydemann für sein Engagement für Natur und
Mensch und für seine herausragende Arbeit für unser Land. Wir werden sein Andenken ehren.