Sandra Redmann zu TOP 20: Es ist kein Erfolg, wenn Grenzwerte nur knapp unterschritten werden

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Es gilt das gesprochene Wort!



Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden:
http://www.landtag.ltsh.de/aktuell/mediathek/index.html




                                                        Kiel, 21. Juli 2017




TOP20: Konzept zur Reduzierung der Nitratbelastung des Grundwassers (Drs-Nr. 19/68)




Sandra Redmann

Es ist kein Erfolg, wenn Grenzwerte nur knapp unterschritten werden


Schleswig-Holstein bezieht sein Trinkwasser zu 100 % aus dem Grundwasser. Und natürlich ist
der Schutz und die Qualität des Wassers von existenzieller Bedeutung. Im Grundwasser sowie
auch in den Oberflächengewässern lassen sich Pestizide oder deren Abbauprodukte in allen
Teilen Schleswig-Holsteins nachweisen. Eine großflächige Nitratbelastung ist nachgewiesen und
unbestritten.

Der Bericht hierzu wurde ja erst im letzten Jahr in einer Anhörung diskutiert sowie Maßnahmen
besprochen. Natürlich werden die Ergebnisse fortlaufend aktualisiert. Den AfD-Antrag brauchen
wir daher nicht und lehnen ihn ab. Auch im Alternativantrag der Regierungskoalition finden sich
keine neuen Forderungen oder Maßnahmen. Handlungsbedarf gibt es allerdings genug und
wurde ja auch schon mehrfach gefordert. Gerade im Bereich des Grundwassers sollten uns die
bekannten Zahlen alarmieren, davon betroffen ist natürlich auch die Trinkwasserversorgung. Die
Wasserversorger in Schleswig-Holstein weisen schon seit Jahren darauf hin. Daher wurden
auch verschiedene Lösungsansätze erarbeitet, die allerdings konsequent umgesetzt werden
müssen. Zukünftig werden ca. 40 % der Fläche Europas wegen Pestizidbelastung u.a. aus der
Landwirtschaft keinen guten ökologischen Status mehr erhalten. Der Artenverlust in den

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Gewässern ist mehr als besorgniserregend. Auch in der Landwirtschaft gibt es ohne Frage ein
Umdenken, trotzdem ist der Absatz von Pestiziden in den letzten Jahren um 36,7 % gestiegen.
Eine Reduzierung des Pestizideinsatzes ist unerlässlich. Die Hersteller müssen ihrer
Verantwortung gerecht werden und nötigenfalls auch zur Verantwortung gezogen werden, die
Zulassungsverfahren müssen auf den Prüfstand gestellt werden. Das
Verantwortungsbewusstsein von Großkonzernen ist beschämend und darf nicht hingenommen
werden. Auf europäischer, Bundes und Landesebene müssen weitere Schritte unternommen
werden. Die Düngeverordnung ist ein Instrument. Aber auch Pufferstreifen,
Wasserschutzgebiete und Trinkwasserschutzgebiete. Die Ergebnisse der Untersuchungen der
Wasserversorger müssen zukünftig stärker berücksichtigt werden. Einheitliche Grenzwerte in
Schleswig-Holstein ( in den Kreisen ) sollten angegangen werden, da werden wir mit dem
Sozialministerium ins Gespräch kommen. Kontrollverfahren sollte intensiviert werden. Alles
bekannte Punkte, die Umsetzung muss jetzt zügig erfolgen. Der ökologische Schaden ist enorm,
der ökonomische allerdings auch. Wieviel Geld allein in die Aufbereitung des Trinkwassers geht,
ist der reinste Wahnsinn. Ich bin gespannt was der Minister denn neu umsetzen will. Ein Erfolg
ist es nicht, die Grenzwerte knapp zu unterschreiten, toll ist es, wenn wir die Grenzwerte senken
können.