Die Bürgerbeauftragte informiert: Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung für Rentner künftig einfacher möglich

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                                                                       Nr. 158 / 28. Juli 2017




Die Bürgerbeauftragte informiert: Wechsel in die gesetzliche
Krankenversicherung für Rentner künftig einfacher möglich

Bislang haben viele Betroffene, die zeitweise privat krankenversichert waren, ab
Beginn ihrer Rente nicht die Möglichkeit einer Pflichtmitgliedschaft in der
Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Für viele Rentnerinnen und Rentner, die
Kinder erzogen haben, wird eine Pflichtmitgliedschaft ab dem 1. August 2017
aufgrund einer Gesetzesänderung nun möglich. ,,Ich empfehle allen Betroffenen, die
von der neuen Regelung profitieren könnten, den Mitgliedschaftsstatus von der
Krankenkasse prüfen zu lassen", äußerte die Bürgerbeauftragte für soziale
Angelegenheiten Samiah El Samadoni heute in Kiel. Die Kassen seien dazu nicht von
Amts wegen verpflichtet.


Wegen der sog. ,,9/10-Regelung" werden Personen im Ruhestand nur dann Pflichtmitglied in
der gesetzlichen KVdR, wenn sie in der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens mindestens zu
90 % gesetzlich krankenversichert waren. Personen, die jene Vorversicherungszeit nicht
erfüllen, werden entweder als freiwilliges Mitglied gesetzlich versichert oder müssen privat
versichert bleiben. Damit sind in aller Regel deutlich höhere Kosten gegenüber einer
Pflichtmitgliedschaft verbunden. Künftig werden pro Kind pauschal drei Jahre auf die
Vorversicherungszeit angerechnet - sowohl für die Mütter als auch für die Väter.


,,Die Gesetzesänderung entlastet insbesondere Frauen, die während der Kindererziehung
privat versichert waren und später in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse
zurückgekehrt sind", hob Frau El Samadoni hervor. In anderen Konstellationen führe die
9/10-Regelung jedoch weiterhin zu unverhältnismäßigen Nachteilen, häufig zum Beispiel im
Falle der Scheidung von Beamten. ,,Zudem sind bei der Anwendung der neuen Regelung
noch einige rechtliche Detailfragen zu klären", betonte die Bürgerbeauftragte. Sie werde die
Umsetzung daher genau beobachten.