Andreas Tietze zu bezahlbarem Wohnraum in Schleswig-Holstein

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Presseinformation


                                 Landtagsfraktion
Es gilt das gesprochene Wort.
                                 Schleswig-Holstein
TOP 22 ­ Bezahlbares Wohnen in Schleswig-Holstein              Pressesprecherin
                                 Claudia Jacob
Dazu sagt der wohnungsbaupolitische Sprecher von Bündnis       Landeshaus
90/Die Grünen,                                                 Düsternbrooker Weg 70
                                 24105 Kiel

                                 Zentrale: 0431 / 988 ­ 1500
Andreas Tietze:                                                Durchwahl: 0431 / 988 - 1503
                                 Mobil: 0172 / 541 83 53

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                                 Nr. 295.17 / 12.10.2017




Wohnungsbau: Jamaika will mehr

Drei besorgniserregende Trends auf dem Wohnungsmarkt:

Erstens die Bezahlbarkeit von Wohnraum ist für mehr als die Hälfte der Bevölkerung in
Schleswig-Holstein eine finanzielle Herausforderung. Zweitens gibt es zu wenig bezahl-
baren Wohnraum in den Städten und am Hamburger Rand. Und drittens gibt es zu-
nehmenden Leerstand auf dem Land.

Von 2015 bis 2030 werden demnach bis zu 177 000 neue in Wohnungen in Schleswig-
Holstein benötigt. Laut einer neuen Prognose, die das Forschungsinstitut Empirica für
das Innenministerium erstellt hat, hätte das Land angesichts der regional stark gestie-
genen Nachfrage nach Wohnraum schon 2015 mit dem Bau von 24 000 Wohnungen
reagieren müssen.

Tatsächlich seien aber 10 000 Einheiten entstanden. Wachsende Bevölkerungszahlen
in Städten führen auch im Bereich des studentischen Wohnens zu Preissteigerungen
wie z.B. bis zu 30 Prozent in Kiel. Das zeigt der IW-DREF Studentenwohnpreisindex für
das zweite Halbjahr 2016.

Ich möchte daran erinnern, dass die vorherige Regierung einiges auf den Weg gebracht
hat. Es wurden 400 Millionen Euro an Fördergeldern, 330 Millionen Euro für ein soziales
Wohnungsbauförderprogramm für 4.200 Wohnungen mit Sozialbindung und zusätzlich
730 Mio.  Förderdarlehen für 8.200 Wohnungen im Neubau und zur Bestandssanie-
rung bereitgestellt.

Die Wohnungswirtschaft sagt uns, dass das nicht reichen wird. Jamaika will mehr. Da
wo die Küstenkoalition aufgehört hat, Wohnungen zu bauen, werden wir weitere Anrei-
ze schaffen:
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Was wir dabei brauchen ist ein Maßnahmenmix. Planungshilfen für Kommunen und ein
zusätzliches Angebot an günstigem Bauland dort, wo Landesliegenschaften vorhanden
sind. Wir müssen die Wohnungsbaugenossenschaften unterstützen und Bürokratie ab-
bauen.

Für meine Fraktion ist klar: Wohnungsbau bedeutet immer auch Flächenverbrauch und
einen Eingriff in Landschaft und Natur. In diesem Zielkonflikt wollen wir auch mit Nach-
verdichtung und Dachgeschossausbau flächenschonend mehr Wohnraum schaffen.

Für uns gilt: Wer baut, verbraucht Fläche, Fläche ist nicht vermehrbar ­ daher geht In-
nenverdichtung vor Außenverdichtung. Solidarische und ökologische Bauprojekte sind
zu fördern, denn Soziales und Ökologie müssen zusammengedacht werden.


Zudem wollen wir auch innovative Wohnkonzepte fördern. Hierzu gehören Wohnpart-
nerschaften zwischen älteren Menschen und Studierenden, Baugemeinschaften und
gemeinwohlorientierte Projekte ­ die oft auch Mobilität und Energieversorgung ein-
schließen ­ und das Wohnen auf dem Wasser.

In den Jahren 2015 bis 2018 stehen insgesamt 316 Millionen Euro zur Verfügung. Ab
2016 wurde der Betrag sogar mehr als verdoppelt, das werden wir verstetigen. Zudem
wurde auch die Umwandlung von Gewerbe- und Büroräumen in die Förderung aufge-
nommen.

Lassen sie mich noch ein Wort zur Mietpreisbremse sagen. Wir haben sie in der Küs-
tenkoalition eingeführt, um besonders schnell ansteigende Miete in bestimmen Stadt-
vierteln oder am Hamburger Rand oder auf Sylt abzufedern ­ ich resümiere, sie war
nicht so erfolgreich, wie wir Grüne gedacht hatten. Daher brauchen wir eine neue Dy-
namik und ein neues Denken, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dieser Aufgabe
stellen wir uns als Jamaika-Koalition.

Unsere Zielperspektive: Weniger Bürokratie, mehr Kreativität, aber nicht auf Kosten der
Umwelt oder zu Lasten der Menschen.

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