Lukas Kilian: (TOP 28) Handwerksprämie stärkt Mittelstand und sichert Arbeitsplätze

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Wirtschaft | 13.10.2017 | Nr. 335/17

Lukas Kilian: (TOP 28) Handwerksprämie stärkt
Mittelstand und sichert Arbeitsplätze
Es gilt das gesprochene Wort

Wir diskutieren heute ein Konzept, mit dem wir den Wirtschaftsminister zur Einführung
einer Meistergründungsprämie beauftragen wollen. Die Meistergründungsprämie ist
keine neue Idee, sie hat ihr Geburtsjahr in Deutschland schon 1986 gehabt. Ich kann
leicht ausrechnen, wie lange das her ist, denn es war auch mein Geburtsjahr: 30
Jahre lang gibt es sie schon in Deutschland.

Wir wollen heute Geburtshelfer der Prämie in Schleswig-Holstein sein. Als sie 1986 in
Berlin eingeführt wurde, ging es insbesondere darum, Handwerksmeistern schnell
nach ihrer Prüfung eine Gründung zu ermöglichen, damit Arbeitsplätze geschaffen
werden können. Das ist auch heute noch Teil der Motivation.

Aber es kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Bei Handwerksbetrieben müssen wir
in Schleswig-Holstein ein ganz anderes Thema regeln: Die Unternehmensnachfolge.
Laut einem Jahresbericht der Handwerkskammer Lübeck sind 35% der
Betriebsinhaber älter als 55 Jahre. Häufig fehlen Nachfolgeregelungen. Wir haben
das Thema der Unternehmensnachfolge politisch zu befördern, denn
Handwerksbetriebe und die damit verbundenen Arbeitsplätze sind potenziell in
Gefahr. Zudem sind die Betriebe wichtiger Bestandteil des Mittelstands, dem
Rückgrat unserer Wirtschaft in Schleswig-Holstein.

Handwerksmeister haben häufig in persönlichem Einsatz ihren Betrieb aufgebaut
haben und ihr ganzes Herzblut hineingesteckt. Wenn sie dann am Ende der
beruflichen Laufbahn sind und feststellen, sie finden keinen geeigneten Nachfolger
und müssen den Betrieb möglicherweise einem Konzern veräußern, dann ist es
verständlich, dass sie ihren Nachlass in Gefahr sehen.

Deswegen wollen wir mit einer Meistergründungsprämie nicht nur die Gründung von
Handwerksbetrieben, sondern auch deren Übernahme erleichtern. Die Bundesländer,
die eine Gründungsprämie eingeführt haben, zeigen unisono: Mit wenig Geld wurde
viel erreicht. Lassen Sie uns das auch in Schleswig-Holstein tun!

Mit der Förderung wird die Gründung bzw. Übernahme eines Handwerksbetriebes
deutlich erleichtert und neben der finanziellen Unterstützung auch eine Unterstützung
dazu geleistet, dass über mehr externe Geldgeber mehr Eigenkapital verfügbar ist.
Dann sind Geldgeber häufiger bereit, Existenzgründungen zu unterstützen.



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              Verantwortlich: Kai Pörksen | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel
                        0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de

Unser Antrag spricht dabei ganz bewusst davon, dass wir ein Konzept von der
Landesregierung erwarten, welches unterschiedliche Höhen vorgibt. Die Prämie mit
einem pauschalen Betrag festzusetzen wäre der eine Weg, den das eine oder andere
Bundesland in Deutschland auch gewählt hat. Doch wir meinen, dass
unterschiedliches Handwerk auch eines unterschiedlichen Betrags bedarf, um einen
Meisterbetrieb zu gründen.

Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, ein Konzept mit unterschiedlichen
Höhen mit einer gewerksspezifischen Anpassung auszuarbeiten. Wir wollen hier
helfen und das Handwerk unterstützen, deshalb bitte ich um Zustimmung zu diesem
Antrag.

Der Änderungsantrag des SSW möchte noch mehr, er sagt: Wir wollen
Unternehmungsgründungen allgemein fördern, unabhängig vom Handwerk.

Es ist ein dänisches Copy and Paste. Sie sagen, es hat in Dänemark genauso
funktioniert, ich sage, es ist ein anderes Thema. Wir wollen eine Gründungsprämie,
die sich zunächst auf das Handwerk konzentriert, denn wir wollen das Handwerk ganz
bewusst stärken.

Wäre es ein Alternativantrag, dann könnte man ihn im Ausschuss beraten. So ist es
aber ein viel größeres Thema, da es unter anderem auch um Start-Ups geht. Start-
Ups brauchen weitaus mehr Hilfestellung als eine Gründungsprämie, da müssen wir
Beratungsleistungen und eventuell auch ein bürokratiefreies Jahr anbieten.
Deswegen ist es zu kurz gefasst, das in diesen Antrag mit aufzunehmen.

Der SPD-Antrag, der auch ein Änderungsantrag und kein Alternativantrag ist, kann
aus dem gleichen Grund nicht in den Ausschuss überwiesen werden. Sie wollen die
Meistergründungsprämie zu einer Ausbildungsförderung machen. Das ist aber ein
ganz anderes Thema! Das einzige, was damit zusammenhängt ist das Wort
,,Meister"! Es hat aber nichts mit der Betriebsgründung und der
Unternehmensnachfolge im Handwerk zu tun.

Damit wir unser Ziel verfolgen können, das mittelstandsfreundlichste Land zu werden,
bitte ich um Zustimmung zum Antrag und danke für Ihre Aufmerksamkeit!




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