Martin Habersaat: Anpacken statt rumschnacken - Gemeinschaftsschulen praktisch unterstützen

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                                                                               Kiel, 20. November 2017
                                                          Nr. 339 /2017




Martin Habersaat

Anpacken statt rumschnacken - Gemeinschaftsschulen praktisch
unterstützen
Zum Elterntag der Gemeinschaftsschulen sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher
der SPD-Landtagsfraktion:

In der Fragestunde mit Staatssekretärin Stenke und in zahlreichen Workshops haben knapp 300
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Elterntags der Gemeinschaftsschulen in der Erich Kästner
Gemeinschaftsschule Barsbüttel gezeigt: Die Idee des längeren gemeinsamen Lernens ist stark
in Schleswig-Holstein. Die Staatssekretärin vertrat die Bildungsministerin, die trotz ursprünglicher
Zusage nicht nach Barsbüttel kam, um auf Weisung von Ministerpräsident Günther diesen bei
der der Neueröffnung der Gedenkstätte Ladelund zu vertreten. Ihr Impulsvortrag machte
deutlich, welche Punkte die Diskussion in den kommenden Monaten und Jahren bestimmen
werden:

I. Die Regierung verschiebt die Hilfe für Schulen am Wind auf 2020

Viele Parteien hatten in ihren Programmen zur Landtagswahl die Forderung verankert, Schulen
mit besonderen Herausforderungen künftig besonders zu unterstützen. Mit den Stimmen der
SPD hat die Koalition beschlossen, dass die Landesregierung bis zum Ende des dritten Quartals
2018 ein entsprechendes Konzept vorlegen soll (Drucksache 19/208). Mit so einem Konzept
könnten die entsprechenden Mittel mit dem Haushalt 2019 bereitgestellt werden. Der
Staatssekretärin kam nun die undankbare Aufgabe zu, eine Verschiebung dieser Hilfe auf 2020
zu verkünden.

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II. Kommt die Sortierung in drei Sorten Mensch mit der neuen Schulartempfehlung zurück?

Noch im Februar 2017 war die CDU der Auffassung, dass leistungsstarke Schülerinnen und
Schüler von Gemeinschaftsschulen an Gymnasien wechseln sollen (Drucksache 18/5156). Im
Herbst 2018 wird von der Landesregierung ein Konzept für die Förderung von Leistungsstarken
Schülerinnen und Schülern vorgelegt werden. Hier und bei der Schulartempfehlung, die künftig
nicht mehr mündlich, sondern wieder schriftlich gegeben werden soll, wird deutlich werden, ob
es Schritte zurück zum gegliederten Schulwesen geben soll. Das wäre zum Beispiel der Fall,
wenn die Ankreuzmöglichkeiten lauteten: 1. Gymnasium; 2. Gymnasium oder
Gemeinschaftsschule; 3. Gemeinschaftsschule.

III. Gibt es ein Rollback bei der äußeren Differenzierung?

Laut Staatssekretärin können ,,sowohl die innere als auch die äußere Differenzierung die Basis
für eine gute Schulentwicklung sein". Äußere Differenzierung wäre im schlimmsten Fall die
Einführung von abschlussbezogenen Klassen ­ also in alten Worten von Hauptschul-,
Realschul- und Gymnasialklassen ab Klasse 5. Für die SPD ist aber gerade der Gedanke des
gemeinsamen Lernens die Stärke der Gemeinschaftsschulen, vorbildlich umgesetzt vor allem an
den ehemaligen Gesamtschulen. Es kommt darauf an, den Gemeinschaftsschulen die
Ressourcen zu geben, die sie für ihre Aufgaben brauchen.