Lasse Petersdotter zur Reichsbürger*innen-Vergangenheit von Doris von Sayn-Wittgenstein

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Presseinformation


                                Landtagsfraktion
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                                Landeshaus
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                                Nr. 369.17 / 07.12.2017



Dringender Aufklärungsbedarf

Zu dem bekannt gewordenen Reichsbürger*innen-Hintergrund der schleswig-
holsteinischen AfD-Abgeordneten Doris von Sayn-Wittgenstein sagt der Sprecher für
Strategien gegen Rechtsextremismus, Lasse Petersdotter:

Die AfD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein und Landtagsabgeordnete Doris von
Sayn-Wittgenstein muss dringend über ihre politische Vergangenheit aufklären!

Bereits zuletzt hat die AfD-Abgeordnete in ihrer Bewerbungsrede für den Bundesvorsitz
der AfD ihr rechtsnationales Weltbild offengelegt. Dass sich jetzt nach Medienberichten
Belege für persönliche Verbindungen in die rechtsextreme Szene ergeben, wirft drin-
gende Fragen auf.

Wenn ihr das Weltbild der Reichsbürger*innen so fremd sei, worum dachte Frau von
Sayn-Wittgenstein werde es im Verein ,,Die Deutschen" gehen? Ist für Doris von Sayn-
Wittgenstein das Grundgesetz vollumfänglich gültig und die legitime Verfassung der
Bundesrepublik Deutschland?

Nur mühsam versucht Sayn-Wittgenstein ihre Ansichten zu verschleiern durch die ­ wie
immer mit naiver Unschuldsmiene vorgetragenen ­ Fragen, nach Enteignungen zwi-
schen 1945 und 1949 und der Behauptung, der Bundesrepublik fehle es an einer ,,ech-
ten Verfassung". Das ist Gedankengut der Reichsbürger*innenszene par excellence.

Mir stellen sich weitere Fragen: Durch welche Publikationen von Doris von Sayn-
Wittgenstein wurde der ehemalige Vorsitzende der DVU Schleswig-Holstein, Klaus
Sojka, auf sie aufmerksam? Sind diese Publikationen öffentlich einsehbar und unter
welchem Namen wurden diese veröffentlicht? Warum ist sie unter einer Pressemittei-
lung des Vereins genannt, die vom ,,illegalen Zustand der BRD" spricht?

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Wir erwarten, dass Frau von Sayn-Wittgenstein als gewählte Abgeordnete eines demo-
kratischen Parlaments reinen Tisch macht. Darauf haben die Bürger*innen dieser De-
mokratie ein Recht.

Was sagen Jörg Nobis als Fraktionsvorsitzender und der Parteivorstand zu diesen Er-
kenntnissen? Ist eine Person in Funktion tragbar, die nicht nur dem rechtsextremen
,,Flügel" der Partei um Bernd Höcke zugeordnet wird, sondern die auch in Verbindung
stand zu Vertretern der rechtsextremen DVU und zu zweifelhaften Vereinen, die die Le-
gitimation der Bundesrepublik Deutschland anzweifeln. Einmal mehr wird deutlich, wes
Geistes Kind die AfD ist.

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