Dennys Bornhöft: Angst vor Altersarmut ernst nehmen

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Presseinformation

Sperrfrist Redebeginn!
Es gilt das gesprochene Wort
                                                                    Christopher Vogt MdL
                                                                                Vogt,
                                                                    Vorsitzender
                                                                    Anita Klahn MdL
                                                                          Klahn,
                                                                    Stellvertretende Vorsitzende
                                                                    Oliver Kumbartzky MdL
                                                                           Kumbartzky,
                                                                    Parlamentarischer Geschäftsführer

                                                                    Nr. 058/2018
                                                                    Kiel, Donnerstag, 22. Februar 2018

                                                                    Soziales/Altersarmut




                                                                              www.fdp-fraktion-sh.de
Dennys Bornhöft: Angst vor Altersarmut ernst nehmen
In seiner Rede zu TOP 23 (Altersvorsorge verbessern ­ Altersarmut bekämp-
fen) erklärt der sozialpolitische der FDP-Landtagsfraktion, Dennys Born-
                                      Born-
höft:
höft:

,,Die Organisation und Finanzierung der Altersvorsorge ist eines der drän-
gendsten sozialen Probleme in Deutschland. Man hat sich zu lange darum
gedrückt, Reformen auf den Weg zu bringen, die die Altersarmut effektiv re-
duzieren. Altersarmut können wir nur nachhaltig senken, wenn wir besser
vorbeugen. Aktuell beziehen 5% aller Rentner eine Grundsicherung, Tendenz
steigend. Die Verunsicherung unter jungen Leuten ist groß. Rund die Hälfte
der Bevölkerung fürchtet sich davor, im Alter arm zu sein. Wir dürfen diese
Trends nicht ignorieren.

Das Problem, vor dem wir stehen, ist vielschichtig und komplex. Die Wur-
zeln des Problems der Altersarmut reichen bis ins Kindesalter hinein. Kin-
der, die in ungünstigen sozialen Verhältnissen aufwachsen, haben es
schwerer einen Schul- oder auch Berufsabschluss zu erreichen. Keinen
Schulabschluss zu haben ist aber der größte Faktor, der Altersarmut be-
günstigt. Bildung ermöglicht den Erwerb von Vermögen und höheren An-
sprüchen.

Wir dürfen Altersarmut nicht nur als das Problem betrachten, das die Men-
schen haben, die derzeit Grundsicherung oder eine zu kleine Rente bezie-
hen! Wir lösen das Problem leider nicht, indem wir einfach die Renten erhö-
hen, oder den Kreis der Bezugsberechtigten erweitern. Die Große Koalition
in Berlin wird mit diesen Maßnahmen die Altersvorsorge von Millionen von
Bürgerinnen und Bürgern nicht verbessern können, weil diese Politik nicht
dauerhaft gegenfinanziert ist. Die gesetzliche Rentenversicherung muss
jetzt schon aus den allgemeinen Steuereinnahmen mit beinahe 100 Milliar-
den Euro und somit zu knapp einem Drittel querfinanziert werden.


Eva Grimminger, Pressesprecherin, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497,
E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de

Ich werde nicht müde zu betonen: Wer sich hinstellt und sagt, die gesetzli-
che Rentenversicherung allein werde für ein gesichertes Einkommen im Al-
ter sorgen, belügt die jungen Generationen. Er belügt die Menschen meines
Alters und er belügt die, die noch jünger sind.

Wir brauchen einen Dreiklang in der Altersvorsorge. Bestehend zum einen
aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die auch ein wichtiges Instrument
ist und bleiben soll. Daneben stehen aber auch die Betriebsrente und die
private Altersvorsorge. Die eigene Altersvorsorge ist eine Investition. Bei In-
vestitionen ist es in der Regel vorteilhaft, sich breiter aufzustellen und nicht
alles auf nur eine einzige Karte zu setzen.

Daher ist es eine sozialpolitische Ohrfeige für alle Sparer, dass die aus dem
Netto-Einkommen bestrittenen Anstrengungen unter Umständen nicht zur
sozialen Absicherung zur Verfügung stehen. Es darf nicht sein, dass jemand
privat vorsorgt und am Ende nicht mehr hat als jemand, der keine Absiche-
rung getroffen hat. Wer selbst mehr für seine Altersabsicherung macht,
muss auch immer mehr haben als jemand, der keine weitere Vorsorge ge-
troffen hat. Mit unserem Antrag möchten wir die bisherige Praxis der Ver-
rechnung von Eigenleistungen für die Altersvorsorge mit der Grundsiche-
rung aufbrechen.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der schon länger an der Lebenswirklich-
keit der Menschen vorbeigeht, ist die starre Altersgrenze und ist erst recht-
eine pauschale Erhöhung der fixen Regelaltersgrenze. Warum sollte man ei-
ne Bürokauffrau nach Hause schicken, wenn sie gerne bis beispielsweise 70
weiterarbeiten möchte. Warum sollte man auf der anderen Seite dem Tief-
bauer Steine in den Weg legen, früher den Rentenbezug zu beginnen. Politik
sollte sich hier mehr auf den einzelnen Menschen und somit dem jeweiligen
individuell erworbenen Rentenanspruch fokussieren, anstatt einfach eine fi-
xe Altersgrenze wie ein Mantra vor sich herzutragen.

Es ist schwierig, über persönliche Versorgungslücken zu sprechen und sich
darüber Gedanken zu machen, wenn man kaum konkrete Zahlen hat. Daher
fordern wir das digitale Versorgungskonto, damit jeder übersichtlich und
verständlich sehen kann, wie derzeitige Rentenansprüche sich ausgestalten.
Wir möchten mit diesem Antrag ein Signal nach Berlin geben, dass es vorbei
sein muss, mit dem Augenverschließen."




Eva Grimminger, Pressesprecherin, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag,
Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497,
E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de